Düren: Mittermeier: „Nie wegen einer Pointe einen Freund verlieren“

Düren: Mittermeier: „Nie wegen einer Pointe einen Freund verlieren“

„Blackout“ heißt das neue Programm, mit dem Comedian Michael Mittermeier am Freitag, 28. März, um 20 Uhr in der Arena Kreis Düren gastiert (Karten für 34 und 38 Euro in der Agentur Schiffer in Düren, Kaiserplatz). Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet der gebürtige Bayer, warum Blackouts nicht immer schlimm sind und wie man von Dorfen in Oberbayern auf die großen Bühnen dieser Welt kommt.

Wann hatten Sie Ihren letzten Blackout?

Michael Mittermeier: Das kommt immer wieder vor. Zum Beispiel bei einem meiner letzten Auftritte. Dann improvisiere ich so lange, bis ich wieder zurück in mein Programm finde. Manchmal ist das ganz lustig und Blackouts nicht unbedingt etwas Schlimmes.

In Ihrem aktuellen Programm suchen sie auf Erotikmessen nach internationaler Ekstase. Warum um Himmelswillen?

Mittermeier: Es gibt ja heute in jeder Stadt, jedenfalls in jeder, in der ich auftrete, Erotikmessen. In Basel habe ich sogar einmal in einer Halle gespielt, wo gleich nebenan eine solche Messe stattgefunden hat. Diese Messen haben absolut nichts mit der Realität und schon überhaupt nichts mit Erotik zu tun, sind fast schon surreal.

Sie stammen aus dem oberbayerischen Dorfen, einem Ort mit 14 000 Einwohnern und 140 Vereinen. In wie vielen sind Sie Mitglied?

Mittermeier: Das wusste ich gar nicht, dass es in Dorfen so viele Vereine gibt! Ich war früher im Fußball, im Tennis und im Karate. Aber heute bin ich nirgendwo mehr Mitglied. Ich bin kein solcher Vereinsmeier.

Wann waren Sie zuletzt zu Hause?

Mittermeier: Ich bin regelmäßig. Zuletzt beim 50. Geburtstag eines alten Freundes, der übrigens auch in meinem aktuellen Programm vorkommt.

Wie finden Ihre Freunde das, wenn Sie plötzlich von Ihnen aufs Korn genommen werden?

Mittermeier: Ich mache das nicht oft und meistens natürlich, ohne den Namen zu nennen. In diesem speziellen Fall ist der Name dabei, aber mein Freund war einverstanden. Ich würde es nie riskieren, wegen einer Pointe einen Freund zu verlieren.

Wie schafft man es von Dorfen auf die großen Comedy-Bühnen?

Mittermeier: Ich habe mich immer angestrengt und war sehr fleißig. Irgendwie ist es mir dann gelungen, die Stimmung der Menschen zu treffen. Wie, das kann ich nicht erklären. Ich wollte immer auf die Bühne.

Sie haben Amerikanistik und Politik studiert. Hatten Sie immer das Ziel, Comedian zu werden?

Mittermeier: Schon während meines Studiums war ich als Comedian unterwegs. Für mich war das einfach ein sozialer und intellektueller Ausgleich zum Touren. Und das Studium hat natürlich meine Eltern sehr zufrieden gemacht. Für mich wäre nie ein anderer Beruf als der des Comedian in Frage gekommen. Auch nicht, als ich alles andere als erfolgreich war.

Sie sind auch in Südafrika,Canada, London und Edinburg aufgetreten. Funktioniert Humor da anders?

Mittermeier: Zunächst einmal: es gibt ja nicht den britischen, kanadischen oder deutschen Humor. Aber natürlich ist es schwieriger, in einer fremden und nicht in seiner Muttersprache lustig zu sein. Manche Gags funktionieren auch in Englisch, aber zum Großteil muss ich die Sachen komplett umschreiben.

Was wollen die Engländer denn hören?

Mittermeier: Gags über Dirndl und das Oktoberfest kommen auch in England an. Hier erzähle ich aber auch Einiges über Deutschland, zum Beispiel über die Schulen hier. Das interessiert die Leute. Und natürlich versuche ich im Ausland immer gegen das Klischee anzukämpfen, dass die Deutschen nicht lustig sind.

Sie sind Comedian, drehen Dokumentarfilme und manchmal singen Sie auch. Gibt es etwas, das Michael Mittermeier nicht kann?

Mittermeier: Ja. Ich kann überhaupt nicht kochen.

Was erwartet die Menschen am 28. März in Düren?

Mittermeier: Den besten Mittermeier aller Zeiten! Durch meine Auslandsauftritte, die wie ein Workshop für mich waren, habe ich mich wieder neu erfunden. Ich stehe immer noch genauso gerne auf der Bühne wie vor 20 Jahren. Und das Programm macht mir unglaublichen Spaß. Und wenn es mir auf der Bühne gut geht, geht es dem Publikum auch gut.

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