Waldfeucht: Mit Sekundarschule im Wettbewerb bestehen

Waldfeucht: Mit Sekundarschule im Wettbewerb bestehen

In der Schul- und Kulturausschusssitzung im März dieses Jahres referierte Wolf Kraemer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region, Bonn, noch über eine Gemeinschaftsschule in Haaren. Nun, ein Dreivierteljahr später, sind die Weichen für eine Sekundarschule mit einem einstimmigen Konsens im Ausschuss gestellt worden, die im Schuljahr 2013/14 an den Start gehen soll.

Das letzte Wort hat der Rat in seiner Sitzung, die am Dienstag um 19 Uhr stattfindet.

Die Kommune weiß nur zu gut, dass die Änderung im Schulgesetz, die im Oktober in NRW beschlossen wurde, der Gemeinde Waldfeucht positiv in die Karten spielte. Denn nachdem die Gemeinden Gangelt und Selfkant mehr oder weniger im Alleingang die Gesamtschule auf den Weg brachten, sah sich die Verwaltung gezwungen, über eine neue Schulform nachzudenken. Die bestehende Verbundschule Haaren hat laut Gesetzesänderung noch Bestand bis Ende Juli 2020, danach würde sie zwangsläufig als Sekundarschule im Schulgesetz geführt.

Dem wollte die Verwaltung aber vorgreifen, nachdem Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen und Kämmerer Johannes Blank bei einem Moderationsgespräch bei der Bezirksregierung jüngst vor vollendete Tatsachen bezüglich der Gesamtschule Gangelt/Selfkant gestellt wurden. Zwar wären die Oppositionsfraktionsvorsitzenden gerne im Vorfeld darüber informiert worden, doch angesichts der mangelnden Zeit zwischen Moderationsgespräch und Ausschusssitzung wäre dies laut Schrammen nicht mehr möglich gewesen.

Jörg van den Dolder (Bündnis 90/Die Grünen) und Ralf Kretschmann (UFW) kritisierten noch einmal das mangelnde Interesse, eine Gemeinschaftsschule auf den Weg zu bringen. Der Pädagoge Walter Bischkopf (CDU) beschwichtigte: Mit dem neuen Schulgesetz sei eine Gemeinschaftsschule nicht mehr genehmigungsfähig, erklärte er.

Laut Verwaltung, kann die Sekundarschule ohne große Probleme in die bestehende Verbundschule integriert werden. „Die Lehrerschaft soll in Haaren in der jetzigen Form erhalten bleiben, zudem werden Eltern und Schüler mit der neuen Schulform vertraut gemacht”, sagte Schrammen. Alle Abschlüsse der Sekundarstufe I könnten die Schüler dann in Haaren erreichen. Zudem soll der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg sichergestellt werden.

Die Sekundarschule soll als Ganztagsschule geführt werden, zumal dafür auch mehr Mittel zur Finanzierung der Schulträgeraufgaben zur Verfügung stünden. Die Einrichtung soll dreizügig geführt werden, mit mindestens drei Klassen à 20 Schüler. „Wir werden voraussichtlich im Schuljahr 2013/14 mit 75 Schülern an den Start gehen”, freute sich Kämmerer Johannes Blank. Damit wäre ein erfolgreicher Start der Sekundarschule garantiert.

Mehr von Aachener Zeitung