Kunstgeschichte(n): Mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen

Kunstgeschichte(n) : Mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen

Kunst betrachten und mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen – die Möglichkeiten bieten Veranstaltungen in diesen Tagen in Aachen

Unter dem Titel „ encore une fois“ zeigen die Künstlerinnen Zandra Harms (geb. 1968 in Hamburg) und Christiane Rasch (geboren 1971 in Ehrenfeld) im Raum für Gäste, Warmweiherstraße 23, Installationen, Zeichnungen und Aquarelle. Die eigens für die Räume konzipierten Arbeiten spielen mit der Wahrnehmung; mit scheinbar banalen Materialien schaffen sie – zum zweiten Mal in einer Ausstellungs-Kooperation – Szenen im Raum, die die alltägliche Wahrnehmung irritieren. Wer es bisher noch nicht geschafft hat oder mit ihnen ins Gespräch kommen möchte, hat am Sonntag, 7. November, 14 bis 18 Uhr, dazu die beste Gelegenheit, der Eintritt ist frei, es gelten im Hinblick auf Corona die 3G-Regeln.

Ein Künstlergespräch mit dem Fotografen Bernd Radtke bietet der Verein Kunst und Kultur im Köpfchen (Kukuk) am Sonntag, 7. November, 15 Uhr, in seinen Räumen an. Radtke zeigt Fotografien von seinen Waldspaziergängen aus den letzten fünf Jahren. Er will mit seiner Bildsprache an die Magie des Waldes, seine Bedeutung und Kraft anknüpfen – mahnend, denn er zeigt, was dem Wald in Folge des Klimawandels angetan wurde. Eintritt frei.

Unter dem Motto „Common Geostory“ zeigen noch bis zum 21. November acht Künstlerinnen und Künstler im Atelierhaus Aachen eine Ausstellung mit Arbeiten über das historische und ökologische Erbe des Kulturraums Rhein-Maas, zu dem die Beteiligten Stellung beziehen. Kuratorin und engagierte Initiatorin ist die Niederländerin Annosh Urbanke aus Amsterdam. „Ich habe vom Atelierhaus gehört und mich einfach dort vorgestellt“, beschreibt sie ihren ersten Kontakt mit Ana Sous. Beide verbindet die Frage, was vom heimatlichen Kulturraum bleibt, was ihn ausmacht. „Unabhängig von Annosh war ich bereits mit einem ähnlichen Ausstellungskonzept beschäftigt“, erzählt die Leiterin des Atelierhauses. „Das war perfekt für uns.“

Dem Aufruf zur Ausstellung folgten zahlreiche Interessierte – eine Jury aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien entschied sich für Eady van Acker, Ursula Böhmer, Timo Demollin, Cora Freimann, Eline Kersten, Wolfgang Lüttgens, Vera Mennens und Hayato Mizutani. Jede Arbeit ist ein Abenteuer auf dem Weg in eine Region und zu den Spuren des Wandels, die sehr subtil sein können. Das düstere Meer, ein weißes Buch, das an ein Sterberegister erinnert, die Luftaufnahme von einem Abbaugebiet für Kalk – auf den erste Blick hell und schön, auf den zweiten Blick erkennt man die zerstörerischen Folgen für die Natur. Video- und Audioproduktionen, Textilarbeiten, Fotografien und mehr zeigt die Schau, die auch an die Opfer des Bergbaus in der Region mahnt, an Wege erinnert – etwa von Gerolstein bis tief hinein in die Vulkaneifel –, die es nur noch auf alten Karten gibt. Kunst und Botschaft sind bei „Common Geostory“ eng miteinander verwoben.