Kreis Heinsberg: Mit der Drehleiter in den „Abendhimmel“ fahren

Kreis Heinsberg: Mit der Drehleiter in den „Abendhimmel“ fahren

„Das war ganz schön hoch!“ Abonnenten unserer Zeitung haben im Rahmen eines exklusiven Aboplus-Besuchs bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Heinsberg nicht nur die Schwerpunktwache an der Unterbrucher Straße, sondern bei einer spannenden Fahrt mit der Drehleiter in den „Abendhimmel“ auch luftige Höhen erkundet.

Pressesprecher Oliver Krings vermittelte einen Einblick in das umfangreiche Aufgabenspektrum der Heinsberger Wehr, die aus mehr als 600 ehrenamtlich aktiven Mitgliedern besteht. Sie gehören zur Einsatzabteilung, Jugendfeuerwehr oder Alters- und Ehrenabteilung. „Wir sind wie eine große Familie.“ Der 41-jährige Brandinspektor selbst ist hauptberuflich beim Wassenberger Pflegedienst Kuijpers tätig. Und seit mehr als 30 Jahren gehört er der Freiwilligen Feuerwehr an.

Ein Höhepunkt war für viele Leser beim Aboplus-Besuch in der Feuerwache Heinsberg natürlich die Fahrt mit der Drehleiter in den „Abendhimmel“. Foto: Anna Petra Thomas

„Ein schönes Hobby“, so Krings, auch wenn es zeitaufwendig und oft nicht planbar sei. Die Kräfte in den 14 Einheiten, die sich in fünf Löschzüge aufteilen und tagsüber von der Verwaltungseinheit unterstützt werden, gewährleisten (zusammen mit den hauptamtlichen Kräften der Wache) rund um die Uhr den Brandschutz in der Kreisstadt mit ihrer 92 Quadratkilometer großen Fläche. „Wir sind in acht Minuten da!“ Ob Bekämpfung von kleinen oder großen Bränden, Hilfeleistung nach Unfällen und vieles mehr: Retten, Löschen, Bergen, Schützen: Das sind die Grundaufgaben der Wehr. „Und das alles im Ehrenamt“, stellten Besucher voller Respekt und Anerkennung fest.

Erklärt wurde von Feuerwehr-­Pressesprecher Oliver Krings (r.) auch die Schutzausrüstung, die ­Florian Jöris (l.) trug. Foto: Anna Petra Thomas

Krings hatte viele nützliche Tipps parat: Dazu gehörte der Ratschlag, Feuerlöscher alle zwei Jahre überprüfen zu lassen, ebenso wie der Hinweis auf die in Nordrhein-Westfalen seit diesem Jahr geltende gesetzliche Verpflichtung, Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern und Fluren, die als Rettungswege dienen, anzubringen — an der Decke möglichst mittig im Raum, so der Rat von Krings. Auch wenn es niemand überprüfe: Rauchmelder sollten unbedingt angebracht werden. „Sie können Leben retten!“ Wie wichtig Rauchmelder sind, wurde auch mit Hilfe eines kleinen Rauch­demohauses deutlich gemacht, mit dem die Rauchentwicklung in einem Haus simuliert wurde.

Die ganz jungen Gäste durften bei der Heinsberger Feuerwehr auch in eine Uniform schlüpfen. Timo Schmitz assistierte. Foto: Anna Petra Thomas

Wer sein Haus oder seine Wohnung verlasse, sollte Waschmaschine oder Trockner ausschalten, Ladegeräte für Handy oder E-Bike ausstecken, mahnte Krings. Die Rettung von Menschen aus Unfallwracks ist alles andere als einfach. Krings empfahl, sich eine Rettungskarte für das eigene Fahrzeugmodell zu besorgen und hinter der Sonnenblende zu deponieren. „Das hilft uns.“ Die Karte zeige Wehrleuten, wo beispielsweise Karosserieversteifungen den Einsatz einer Rettungsschere unmöglich machen können. Bei einem Rundgang durften die Gäste unter Anleitung von Florian Jöris die Handhabung eines Feuerlöschers in der Praxis üben.

Mit dem Feuerlöscher gingen die Leser mutig und zielsicher ans Werk: Der „Brand“ war rasch gelöscht. Foto: Anna Petra Thomas

Sie meisterten die Aufgabe mit Bravour: In Sekundenschnelle konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Vorgestellt wurde von Tobias Schmitz-Kröll die „Wasserkuh“, ein 4000 Liter Wasser und 500 Liter Schaum fassendes, modernes Tanklöschfahrzeug. Mit Blick auf die imposante Drehleiter der 30-Meter-Klasse (Nennrettungshöhe: 23 Meter) erklärte Oliver Krings, sie ermögliche einerseits Wehrleuten die Brandbekämpfung aus der Höhe, aber sie könne eben auch zu einem Rettungsweg für Menschen werden: „Das ist Ihr zweites Treppenhaus“, sagte Krings, ehe er Besucher mit hinauf in die Höhe nahm.

(disch)