Kreis Heinsberg: Meisterprüfung mit „Herz, Hirn und Hand“ abgelegt

Kreis Heinsberg: Meisterprüfung mit „Herz, Hirn und Hand“ abgelegt

Im Rahmen einer Feierstunde hat das Margarete-Klug-Bildungswerk der gemeinnützigen Service-Gesellschaft der Arbeiterwohlfahrt Urkunden nach einem neuen, erfolgreich absolvierten Zertifikatskurs für Mitarbeiter in der Offenen Ganztagsschule vergeben. Dieser Kurs lehnt sich an den Weiterbildungsnachweis „Ganztag NRW“ an.

Glücklich in Händen hielten die OGS-Mitarbeiterinnen das Zertifikat zusammen mit einer Rose.

Im Januar dieses Jahres hatte dieser erste Kurs begonnen. Die Kurseinheiten waren teilnehmerfreundlich und wohnortnah so geplant worden, dass sie nicht mit den Arbeitszeiten der Teilnehmerinnen kollidierten. In insgesamt 145 Unterrichtseinheiten wurden die Frauen über neun Monate berufsbegleitend pädagogisch geschult und so auf den Erwerb des Zertifikats vorbereitet.

Die Mitarbeiterinnen der OGS, die über vielfältige berufliche Erfahrungen verfügen, aber keine pädagogische Ausbildung abgeschlossen haben, beschäftigten sich — von einem erfahrenen Dozententeam begleitet — mit ganz unterschiedlichen Themen. Neben den gesetzlichen Grundlagen und der Kooperationsvereinbarung mit der Schule wurden die Ziele des Ganztags herausgearbeitet.

Großen Raum nahmen pädagogische Fragestellungen ein wie zum Beispiel die Beobachtung, unterschiedliche Entwicklungsstufen, Bedürfnisse und Geschlechteridentität, Hausaufgaben und Lernzeiten. Die Teilnehmerinnen definierten ihr „Bild vom Kind“, ihre Haltung zu Erziehung und Förderung von Kindern hin zu selbstständigen und selbstbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Im Rahmen der Feierstunde im AWO-Altenzentrum an der Heinsberger Siemensstraße, zu der sie Ulrike Thiele und Petra Bernhardt vom Margarete-Klug -Bildungswerk begrüßten, präsentierten sie auch die praktischen Projekte, die sie im Rahmen ihrer Fortbildung mit den Kindern realisiert hatten.

Da war zum Beispiel die Heimat erkundet, ein Wappen für die OGS entworfen oder ein Drachen aus einem ausgedienten Gleitschirm gebastelt worden.

Auch Ulla Sevenich-Mattar, Fachbereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe bei der AWO, freute sich mit den Absolventinnen. Dass Frauen, die ein entsprechendes Zertifikat angestrebt hätten, früher den Weg nach Düsseldorf oder Köln hätten bewältigen müssen, sei sicherlich eine große Hemmschwelle gewesen.

Durch den Kurs seien die 19 Teilnehmerinnen jetzt vor allem in ihrem Auftrag als Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe gestärkt, so Sevenich-Mattar weiter. „Sie sitzen oft zwischen zwei Stühlen, zwischen Schule und Jugendhilfe.“ Wichtig sei dabei, sich immer wieder auf das Kind zu beziehen.

Was Dozent Dirk Siera dann zunächst einfach als „Hammerleistung“ erklärte, belegte er mit Zahlen. Die Anwesenheitsquote habe bei 95,3 Prozent gelegen. 80 Prozent seien notwendig. Auch inhaltlich seien seine Erwartungen übertroffen worden. Alle Teilnehmerinnen seien immer präsent gewesen, hätten berichtet, gefragt, ihre Berufs- und ihre Lebenserfahrung eingebracht und so eine „Meisterprüfung mit Herz, Hirn und Hand“ abgelegt.

Die 19 erfolgreichen Absolventinnen sind aus Gangelt Ingrid ­Beckers, aus Hückelhoven Bianca Kemmerling und Dana Otten, aus Selfkant Gerdi Kremers, Margriet Rütten, Elisabeth Scharte, Elvira Schmitz und Lydia Ziesen, aus Waldfeucht Rita Küppers, aus Wassenberg Eleonore Dudda und Iris Jansen, aus Wegberg Angelika Kaiser, Agnes Klinkenberg, Karen Klinkers-Wilms und Natalie Malek, aus Übach-Palenberg Silvia Jordine und Britta Wiatowski, aus Aachen Anika Hennes und aus Alsdorf Nadia Küffen.