Kreis Heinsberg: Meisterkonzert: Zuhörer von starken Gefühlen bewegt

Kreis Heinsberg: Meisterkonzert: Zuhörer von starken Gefühlen bewegt

Vor dem dritten Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Spielzeit gab es auf Anregung von VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns eine Schweigeminute wegen der barbarischen Anschläge in Paris. Und welches Programm hätte anlässlich dieses tragischen Ereignisses besser gepasst als die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi?

Besonders der Introitus „Requiem aeternam dona eis, domine“ (Herr, gib ihnen die ewige Ruhe) war eine ergreifende Totenklage.

Wohl selten haben bei einem Konzert so viele Musiker auf der Bühne gestanden: Der Cornelius-Burgh-Chor vom Heimatverein der Erkelenzer Lande, der Kirchen-und Projektchor St. Helena Mönchengladbach-Rheindahlen, das Orchester Camerata Gladbach mit der Konzertmeisterin Johanna Brinkmann und nicht zuletzt die vier Solisten Dara Hobbs (Sopran), Renée Morloc (Mezzosopran), Ho-yoon Chung (Tenor) und Almas Svilpa (Bass) wirkten mit bei diesem musikalischen Ereignis unter Gesamtleitung von Reinhold Richter.

In den 90 Minuten des Konzertes wurden die Zuhörer in der Erkelenzer Stadthalle von starken Gefühlen bewegt. Einmal war es die Musik, die in Teilen auch den Opernkomponisten Verdi erkennen ließ, zum anderen bewegten die liturgischen Texte, in denen angesichts des Todes gleichzeitig das damit verbundene Leid, aber auch die Hoffnung auf Erlösung und Auferstehung hörbar wurden.

Das Werk bestach durch eine Vielzahl von geradezu majestätischen Themen und Melodien, aber auch durch das abwechslungsreiche Musizieren der einzelnen Stimmen: Da sangen der Chor und einzelne Solisten zusammen, dann wiederum die Solisten für sich alleine oder mit anderen Solisten oder alle Solisten zusammen — und das alles immer in großer Harmonie.

Und dass alles und alle so gut zusammen musizierten, lag zu großen Teilen auch an der Leitung durch den Dirigenten Reinhold Richter, der in seiner Heimatpfarre in Mönchengladbach-Rheindahlen für ein reges musikalisches Leben zuständig ist, seit 2014 auch den Cornelius-Burgh-Chor leitet und eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland sowohl als Meister an der Orgel als auch in der Arbeit mit anderen Künstlern, Chören und Orchestern entfaltet.

Eine besondere Erwähnung verdienten die vier Solisten: sowohl eben als Solisten als auch zusammen mit den Chören. Bei ihnen wurde auch deutlich, was die vier Stimmen Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bass zu leisten vermögen.

Blumen für die Solisten und den Dirigenten am Ende und stehende Ovationen eines begeisterten und dankbaren Publikums waren wohl auch gleichzeitig als Anerkennung für die Anton-Heinen-Volkshochschule gedacht, die es immer wieder versteht, mit ihrer Programmgestaltung für diese Reihe dem Motto „Meisterkonzerte“ gerecht zu werden.

(ulla)
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