Kommentar zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag: Wo Europas Herz schlägt

Kommentar zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag : Wo Europas Herz schlägt

Immer wieder ist in diesen Tagen von der besonderen Bedeutung der Europawahl am 26. Mai die Rede. Das Wort von der Schicksalswahl macht die Runde. Es stimmt: Bald wird sich zeigen, ob Europa seine Krise meistern und eine Rückkehr zur Kleinstaaterei abwenden kann.

Noch ist nichts entschieden. Sehr viel wird davon abhängen, ob diejenigen, die den Glauben an die Wertegemeinschaft noch nicht verloren haben, von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.

Wenn Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron am 22. Januar in Aachen den Geist der deutsch-französischen Partnerschaft neu beleben, dann beschwören sie auch die Stärke Europas, die maßgeblich auf dieser Partnerschaft gründet. Dass die Unterzeichnung nicht in Berlin, sondern in Aachen stattfindet, ist ein wichtiges Signal. Jedenfalls hat es sehr viel Sinn, die Unterschriften da aufs Papier zu setzen, wo das europäische Herz noch sehr intensiv schlägt.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, seit 1. Januar Bevollmächtigter der Bundesregierung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, dürfte sich bei der Kanzlerin für die Idee entsprechend ins Zeug gelegt haben. Am Ende mit Erfolg. Aachen rückt in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Das kann wenige Monate vor der Europawahl nur gut sein. Gut für Europa!

Ob auch der neue Vertrag einmal als historisch in die Geschichtsbücher eingehen wird, das muss sich erst zeigen. Vieles hängt davon ab, was die Menschen Europa noch zutrauen. Hoffentlich eine ganze Menge. Nach dem 26. Mai wissen wir mehr.

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