Tragödie in den USA führt zu Debatte über strengere Waffengesetze

Kommentar zu den Amokläufen in den USA : Blanke Ohnmacht

Die Amokläufe von El Paso und Dayton mit mindestens 30 Toten innerhalb von nur 13 Stunden sind Tragödien, die auch aus dem Versagen der liberalen US-Waffengesetze und der Volksvertreter im Kongress resultieren, die weiter aus den Taschen der mächtigen Waffenlobby NRA gefüttert werden.

Während über das Motiv für die Morde in Ohio noch gerätselt wird, stellt die Tat in Texas den folgenreichsten Massenmord dieser Art in den Vereinigten Staaten dar, der nach bisher vorliegenden Indizien mit dem Hass des Täters auf Migranten erklärt werden kann. Für Bürger, die bisher nicht strafrechtlich aufgefallen sind und mentale Probleme verheimlichen können, ist es immer noch möglich, problemlos die bei beiden Taten verwendeten Schnellfeuergewehre zu erwerben.

Gleichzeitig hat – was für El Paso relevant ist – ein Teil der konservativen Politiker, allen voran Präsident Donald Trump, keine Probleme damit, illegale Grenzgänger weiter als Drogenkuriere, Vergewaltiger und Mörder zu charakterisieren – auch wenn Kriminalitäts-Statistiken eine ganz andere Sprache sprechen.

Mehr und mehr macht sich in den USA bei den Reaktionen auf derartige Gemetzel blanke Ohnmacht breit. Die politische Formel, man sei in Gedanken und Gebeten bei den Opfern, hat sich längst abgegriffen, steht für maximale Hilflosigkeit und muss auf die Angehörigen nur noch wie Hohn wirken.

Es wird sich nichts ändern

Ebenso steht fest, dass sich auch nach den Massakern vom Wochenende nichts ändern wird. Die Zeit nach dem Amoklauf ist auch die Zeit vor dem nächsten Amoklauf. Der böse Geist des Waffenwahns ist längst aus der Flasche – und nicht mehr zu zähmen. Denn die einzige wirklich wirksame Option – die radikale Beschlagnahme des größten Teils der rund 300 Millionen Waffen in US-Haushalten – ist politisch nicht durchsetzbar.

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