Pro und Kontra zum Tempolimit Aachener Innenstadt

Pro und Kontra zum Tempolimit : Ist Tempo 30 in der gesamten Innenstadt sinnvoll?

Innerhalb des Aachener Alleenrings gilt bald Tempo 30. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Maßnahme zur Luftreinhaltung ist umstritten. Auch unsere Redakteure Albrecht Peltzer und Robert Esser haben verschiedene Ansichten.

Pro

Worüber streiten wir? Über ein paar Straßen, die jetzt auch noch eingebremst werden! Dass in großen Teilen der Innenstadt seit langem  Tempo 30 gilt, hat bisher niemanden gestört. Aber jetzt ist das Gezeter groß.

Es geht um langsamer fließenden Verkehr, um weniger Lärm, vor allem auch um mehr Sicherheit! Der Aspekt scheint in der hitzigen Diskussion ums Klima ganz außen vor zu bleiben. Damit die Maßnahme aber mehr als bloßes Alibi ist, müsste auch mehr kontrolliert werden. Und daran könnte die ganze Sache dann wohl scheitern. Wie in den vielen Wohngebieten, durch die weiter fleißig gerast wird. Um auch einmal das Positive hervorzuheben. Tempo 30 auf der Peterstraße ist sicher eine Verbesserung. So schnell kann man da bisher nicht fahren ...

Von Albrecht Peltzer

Kontra

Dieses Rad sollte man zurückdrehen. Tempo 30 innerhalb des Alleenrings – generell, 24 Stunden pro Tag, ohne Prüfung der Belastungsfolgen – ist (noch) die falsche Entscheidung, wenn man die ohnehin seit Jahren stetig wachsende Luftqualität spürbar verbessern will. Studien untermauern die These. Wer mit Tempo 30 statt mit 50 Stundenkilometern gleichmäßig durch Aachen rollt, verbrennt – buchstäblich langsam, aber sicher – mehr Kraftstoff und erzeugt höhere Feinstaubemissionen. Verlässliche Prognosen – für jeden einzelnen Straßenabschnitt in Aachen – kann es aber erst nach entsprechenden Praxistests geben. Diese müssen nun her. Erst wenn sichergestellt ist, dass die Tempo-30-Hysterie nicht zusätzlich die Umwelt belastet, wird der Autofahrer ohne Groll einlenken.

Von Robert Esser