Kommentar zum Gesundheitsschutz im Klimawandel: Nehmt das ernst!

Kommentar zum Gesundheitsschutz im Klimawandel : Nehmt das ernst!

Mit dem langsam endenden Sommer mag das Problem nun wieder für einige Monate aus dem Alltagsempfinden der Menschen verschwinden. Doch gelöst ist es nicht, wie künftig mit vermehrt auftretenden Hitzewellen umgegangen werden muss.

Zwar verfügt die Bundesregierung seit nunmehr zehn Jahren über eine „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“. Doch die Umsetzung geht noch immer schleppend voran; und der Klimawandel kommt rasend schnell.

Einer Befragung des Umweltbundesamtes zufolge hat ein Drittel der deutschen Kommunen noch immer keinen politischen Beschluss, wie die Strategie vor Ort angewendet werden soll. Außerdem ist unklar, ob sie verpflichtend ist. Das ist fahrlässig. Es braucht nicht nur technische Anpassungen wie beispielsweise wirksamen Hochwasserschutz wegen steigender Meeresspiegel oder eine gesicherte Trinkwasserversorgung bei künftig häufiger auftretenden Dürren. Es geht insbesondere darum, wie gefährdete Personen vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden können. Alte Menschen und Kinder stehen da an erster Stelle.

Das Personal in Pflegeheimen und Kindertagesstätten braucht entsprechende Schulungen, es braucht Abkühlungsmöglichkeiten; und sei es durch – hoffentlich irgendwann ökologisch unbedenkliche – Klimaanlagen. Der Bund darf sich da nicht aus der Verantwortung nehmen und auf die Länder und Kommunen verweisen. Denn die Anpassung wird Geld kosten. In Zeiten der Schuldenbremse gehört Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit an den Tisch. Die Bürokratie des Föderalismus darf nicht dazu führen, dass gesetzliche Regelungen zum Schutz der Bevölkerung auf der Strecke bleiben.

Die Bundesregierung muss nicht nur für wirksamen Klimaschutz sorgen. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um Sowohl-als-auch. Die Menschen müssen bei der zunehmenden Belastung für Klimaschutz merken, dass auch ihr Schutz ernstgenommen wird. Es wäre aber auch völlig falsch, den internationalen Klimaschutz aufzugeben und sich auf die bestmögliche Abwehr der Klimaumschwünge zu konzentrieren. Eine Partei, die den Klimawandel als nicht vom Menschen verursacht abtut und keine Lösungen für Klimaschutz und den Schutz vor Klimawandel anbietet, handelt verantwortungslos.