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Kommentar zu Corona-Maßnahmen an Schulen: Na bitte, es geht doch!

Kommentar zu Corona-Maßnahmen an Schulen : Na bitte, es geht doch!

Geordnete und frühzeitige Informationen aus dem Schulministerium? Das gab es zuletzt nicht. Doch die neue Schulministerin Dorothee Feller pflegt offenbar einen anderen Stil als Yvonne Gebauer.

Die neue NRW-Schulministerin legt einen guten Start hin. Auch wenn die wahren Probleme im Bildungsbereich noch lange nicht gelöst sind, ist das ein positives Zeichen. Ganz besonders für die zuletzt arg geplagten Eltern, Kinder und Lehrkräfte.

Zunächst einmal ist etwa hervorzuheben, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Ministerin Dorothee Feller (CDU) hat die Schulen und auch die Eltern zwei Wochen vor Ende der Ferien über die Corona-Maßnahmen informiert. Nicht nur das ist anders als unter Fellers Vorgängerin Yvonne Gebauer (FDP). Vielmehr hat die Neue es auch geschafft, die Schulleitungen selbst zu informieren. In der vergangenen zwei Jahren hatten Lehrer und Eltern meist äußerst kurzfristig Informationen und diese zuerst aus der Presse erfahren.

Na bitte, es geht doch, denkt man sich. Und manch ein Rektor und manch eine Rektorin hatten am Donnerstagmorgen mutmaßlich Tränen in den Augen, weil sie mit solch einem Umgang gar nicht mehr zu rechnen gewagt hatten. Feller und ihr Ministerium sollten sich diesen Stil bewahren. Das ist anständig und nur fair.

Dass das Masketragen empfohlen wird und freiwillige Testungen möglich bleiben, ist richtig. Vor allem aber, dass es oberstes Ziel ist, die Schulen offen zu halten! Dass die Schulen einiges an Verantwortung übertragen bekommen, ist längst eingeübt. Dass die Ministerin innerhalb ihrer vier Wochen Amtszeit einen Corona-Koordinierungsstab eingerichtet hat und zudem die Belieferung der Schulen mit Masken und Tests noch vor Schulbeginn organisiert hat, ist vorbildlich. Wenn das nun alles bis zum Schulstart auch reibungslos funktioniert, darf sich die neue Landesregierung gern auf die Schulter klopfen.

Feller, die bislang nichts mit Schulpolitik zu tun hatte, hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die ehemalige Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Münster kann organisieren und profitiert von ihren Erfahrungen: Sie hatte in alter Funktion schon Krisenstäbe geleitet und koordiniert. Die CDU-Politikerin könnte die Richtige sein, um Struktur und Ruhe in die Schulpolitik zu bringen. Vorerst.

Denn auch wenn in den vergangenen zwei Jahren in Zusammenhang mit der Schulpolitik vor allem von Corona-Maßnahmen und Auswirkungen der Pandemie die Rede war, gibt es noch viele weitere Baustellen im Bildungssystem. Allen voran der massive Lehrermangel. Es bleibt abzuwarten, wie Feller den beheben will. Immerhin, auch für den Kampf gegen den Lehrermangel hat die Schulministerin schon eine Arbeitsgruppe gegründet.