Kommentar zur Unicef-Kampagne: Konkrete Hilfe für Mosambik

Kommentar zur Unicef-Kampagne : Konkrete Hilfe für Mosambik

Gewiss. Keine Spende noch so stolzer Höhe mag kurzfristig die Veränderung des Klimas aufhalten. Umso praktikabler erscheint da der Brückenschlag, den unsere neue Unicef-Weihnachtskampagne anbietet – zu den Opfern des Wandels, die unsere Hilfe benötigen.

Zum Beispiel die Kinder von Mosambik, einem verarmten Land, das im UN-Entwicklungs-Index ganz hinten (Rang 180 von 187) und im Klima-Risiko-Index seines Kontinentes ganz vorne (Rang 1) rangiert.

Ähnlich wie das ebenso anfällige Bangladesch oder Myanmar kann sich Mosambik gegen Klimaveränderung nicht wehren wie ein Industriestaat. Fast 55 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze – sie müssen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Vier von fünf Mosambikaner haben keine adäquate Ernährung, so das World Food Programm (WFP). Wen wundert es, wenn längst feststeht, dass 83 Prozent aller klimabedingten Schäden die Landwirte zu tragen haben. So begrenzen sich eigene Abwehrmaßnahmen der Naturkatastrophen auf die Anpflanzung von Mangroven oder die Gründung von regionalen Notfallsystemen.

Reich an Bodenschätzen

Das in junger Vergangenheit entdeckte Gasaufkommen mag das ohnehin an Bodenschätzen reiche Mosambik irgendwann einmal zu einem Global Player werden lassen, wovon jedoch eher internationale Konsortien als die heimische Bevölkerung profitieren werden – allen voran China, mit 27,8 Prozent Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß Hauptverursacher der Klimakrise.

Das Reich der Mitte investiert schon seit Jahren in Infrastruktur und Rohstoffvorkommen. Eine oft im Verdacht der Korruption stehende Regierung in Maputo, erst 2016 durch die Veruntreuung von zwei Milliarden Dollar auffällig geworden, weckt auch im Wiederaufbau des Landes nach den beiden letzten Zyklonen kein Vertrauen. Wo auch immer den Menschen Versprechen auf Hilfe und Geldfluss gegeben wurden – selten werden sie eingehalten.

Bleibt eine leidensfähige Bevölkerung von 22,8 Millionen Menschen, die am wenigstens für die Ursachen des Wandels verantwortlich erscheinen. Laut Global Carbon Atlas hinterlässt jeder Mosambikaner im Schnitt einen CO2-Fußabdruck von jährlich 0,33 Tonnen, ein Deutscher produziert das 30-fache, ein Amerikaner das 50-fache.

Und was bleibt unsere Rolle? Der Blick auf das eigene Leben, das bewusster werden sollte. Und der Widerspruch. Vorgetragen zumeist von einer Jugend, deren „Leben tiefgreifend vom Klimawandel beeinträchtigt werden wird“, so das Ergebnis von Experten im Fachjournal „The Lancet“ aus dieser Woche.

Und wir haben die Option des Brückenschlages, der konkreten Hilfe. Eine, die mit Gewissheit ankommt. Bei Menschen, die in unserer Unicef-Serie dem Thema Klimawandel Gesichter geben. 12.800 Kilometer Luftlinie entfernt. Und uns doch so nahe.

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