Kommentiert: Willkommen!

Kommentiert: Willkommen!

Wenn Sie als Flüchtling nach Deutschland kommen, lernen Sie Menschen kennen, die freundlich zu Ihnen sind. Sie selber werden nicht in einer Luxusunterkunft leben.

Es wird eng und ungemütlich, aber gewiss sicherer als im Kriegsgebiet. Es stimmt, dass manche „Behausungen“ unzumutbar sind. Das darf man nicht den Kommunen vorwerfen, sondern Bundes- und Landespolitik, wo nicht alle so vorausschauend sind, wie man in anderen Ländern zuweilen vermutet.

Ihnen werden Anfeindungen nicht erspart bleiben; denn einige Deutsche verunglimpfen die Flüchtlinge als „Dreck“ , der schnell wieder weg soll. Das sind einfältige Lautsprecher, die es in jeder Gesellschaft gibt. Sie ereifern sich, wenn sie hören, dass es in einem Flüchtlingsheim massiven Ärger mit Schlägereien gegeben hat. Das ist ihr typisches Flüchtlingsbild, und das sehen sie gerne bestätigt, weil es ihrer Gesinnung in die Hände spielt. Sie übersehen, dass es auch Deutsche gibt, die sich prügeln, die randalieren, die gewaltbereit sind. Und die leben nicht auf engstem Raum mit fremden Menschen zusammen.

Kritik ist bei Missbrauch des Asylrechts berechtigt, wenn Leute, die nicht schutzbedürftig sind, Anträge stellen und abgeschoben werden. Das ist legal. Missbrauch betreiben auch Deutsche, die sich Sozialleistungen erschleichen oder den Staat im großen Stil mit Steuerhinterziehung betrügen, eine Minderheit.

Die Flüchtlinge müssen ihren Teil leisten und sich um ihre Angelegenheiten kümmern. Erst recht, wenn Asyl gewährt worden ist. Dazu gehören die Bereitschaft, die Sprache zu erlernen, Talente und Fähigkeiten bei Arbeit oder Ausbildung einzubringen und andere Religionen, unsere Gesetze und die Demokratie uneingeschränkt zu akzeptieren.

Bei uns wohnen viele Menschen, die gerne helfen. Man sollte das bei allem Zorn über manchen Deutschen, der keinen Anstand hat, und manchen Flüchtling, der sich nicht benehmen kann, nicht vergessen!

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