Kommentiert: Starkes Zeichen

Kommentiert: Starkes Zeichen

Es ist ein starkes Zeichen, dass gerade auf Utøya gesetzt wird. Auf der kleinen Insel in der Nähe von Oslo, auf der der Attentäter Anders Behring Breivik vor vier Jahren 69 Jugendliche in einem beispiellosen Massaker getötet hat.

Ein Zeichen, das mehr als deutlich sagt: Wir lassen uns nicht einschüchtern von Gewalt und Terror. Für viele kommt dieses Zeichen allerdings zu früh, auch in Norwegen rührt sich Kritik. In der Tat erscheint es zunächst gewagt, das Camp an eben jenen Ort des Attentats zurückzuholen.

Es nicht zu tun, hätte die Insel Utøya jedoch in einen dauerhaft dunklen Ort der Angst und Trauer verwandelt — und Attentäter Breivik damit ein ungewolltes Denkmal für seine Tat gesetzt. Die Insel wäre zu einem Ort geworden, der für immer an das grausame Attentat von 2011 erinnert hätte.

Stattdessen blickt die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei AUF nun — nach einer mit vier Jahren angemessenen Zeit der Distanz — nach vorne und setzt damit ein beeindruckendes Signal gegen Fremdenhass und gegen Intoleranz. Eines, das deutlicher kaum sein könnte: Mehr als 1000 Jugendliche nehmen in diesem Jahr an dem Camp teil — 1000 Jugendliche, die dafür sorgen können, dass man in Zukunft auch wieder positive Erinnerungen mit Utøya verbinden wird.

Mit dem Camp kehrt auch eine langjährige Tradition auf die norwegische Insel zurück. Bereits seit 1950 veranstaltet die AUF Jugendcamps auf der Insel. „Ein dunkles Ereignis darf nicht die helle Vorgeschichte überschatten.“ Treffender als AUF-Vorsitzender Mani Hussiani kann man es kaum sagen.