Kommentiert: Selbstverständliches

Kommentiert: Selbstverständliches

Natürlich ist die Absichtserklärung zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität nur „ein Blatt Papier“, wie Thomas de Maizière zugeben musste. Und Papier ist geduldig.

Trotzdem ist diese „Aachener Erklärung“ wichtig: Denn alleine die Aufzählung von eigentlich Selbstverständlichem zeigt, wie weit dieses Europa noch von funktionierenden Strukturen bei Fahndung und Einbruchsprävention entfernt ist.<p> Der gestern präsentierte Ansatz ist durchaus richtig. Mehr Informationsaustausch, ein höherer Fahndungsdruck sowie ein besserer Schutz von Wohnungen und Häusern: Nur mit einem solchen Mix aus unterschiedlichsten Maßnahmen wird man den professionell organisierten Banden beikommen können.

Dabei steht auch immer die Frage im Raum, wie viel Freiheit wir Bürger zugunsten von mehr Sicherheit aufgeben wollen. Mit dem Scannen von Autokennzeichen würden Fahnder ein schlagkräftiges Instrument gegen reisende Banden erhalten. Doch ist das verhältnismäßig? Die Meinungen gehen in dieser Frage auseinander; ebenso wie bei der Schleierfahndung.

Dass mehr Kontrollen nicht unbedingt das Problem zu lösen vermögen, zeigten die Folgen der Grenzkontrollen nach den Pariser Anschlägen im November 2015. Denn während die Zahl der Wohnungseinbrüche im Raum Aachen drastisch sank, stieg sie gleichzeitig in den Kreisen Düren und Heinsberg. Das Problem wurde nur verlagert.

Gut beraten ist deshalb, wer sich gar nicht erst auf die Polizei verlässt und sein Eigentum selbst gegen Einbrecher schützt.

m.rose@zeitungsverlag-aachen.de

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