Kommentiert: Patient lebt, Organe funktionieren wieder

Kommentiert: Patient lebt, Organe funktionieren wieder

Das Leben kehrt wieder in den Verein zurück, die Organe sind wieder intakt. Das ist eine gute Nachricht: Alemannias Gremien sind wieder intakt.

Die Männer müssen es ernst meinen mit ihrer Kandidatur, Eitelkeit kann jedenfalls kein großes Motiv sein, in dieser Situation beim abgestürzten Klub auf die Kommandobrücke zu gehen. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat kennen das exakte Ausmaß des Abenteuers, für das sie sich gerade verpflichtet haben. Und doch nehmen sie das Mandat an — auch ohne eine entsprechende Haftpflichtversicherung.

Für Aufbruchstimmung reichte dieser lange Abend aber nicht. Zu viel ist passiert in den vergangenen Jahren, in denen das Misstrauen gewachsen ist wie eine Kletterranke. Diese Skepsis schlägt sich eben in solchen Stunden nieder. Natürlich wird man nicht solche Mitglieder einfangen können, die wohl davon ausgehen, dass der Klub auch Wahlurnen mit doppeltem Boden einsetzt.

Aber die Wachsamkeit der Fans muss willkommen sein, zu oft sind sie mit Fakten konfrontiert worden, wenn der nächste Skandal sich ausbreitete. Transparenz ist zwingend das Gebot der Stunde. Der Klub muss zu Kräften kommen, er verträgt auch eine aufmerksame, kons-truktive Opposition. Die Aufgabe der neuen Mannschaft und des neuen Geschäftsführers wird sein, die Kreditlinie bei den Banken zu verbessern — und die Kreditlinie bei den Mitgliedern.

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