Kommentiert: Olympias Retter

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Ja, man darf vorsichtig optimistisch sein. Es liest sich gut, was das IOC um Präsident Thomas Bach da auf den Weg bringen will, doch zu großer Jubel sollte noch nicht ausbrechen.

Erst wenn die am Montag gefassten und mit großen Mehrheiten verabschiedeten Reformen auch tatsächlich umgesetzt werden, darf man der Fünf-Ringe-Organisation richtig und mit voller Überzeugung applaudieren. Ein dezentes Klatschen haben sich Bach und Kollegen aber schon jetzt verdient, der Wille zu grundlegenden, notwendigen Änderungen scheint jedenfalls echt zu sein.

Da spielt es auch keine Rolle, dass wohl erst durch den Protest der Bürger in vielen Städten dieser Welt das IOC zum Umdenken gezwungen wurde. Denn was nützt das viele Geld auf den Konten, wenn nirgendwo mehr ein Gastgeber für Olympische Spiele gefunden wird, oder höchstens jemand in einem reichen Golfstaat? Der Anfang ist gemacht, und es mutet schon fast revo- lutionär an, dass Olympische Spiele in Zukunft städte- und länderübergreifend ausgerichtet werden dürfen.

Das IOC scheint endlich den Weg eingeschlagen zu haben, auf dem verlorenes Vertrauen wieder zurückgewonnen werden kann. Transparenz, Nachhaltigkeit, Kostenreduzierung: Gelingt Thomas Bach in seiner Amtszeit die dringend notwendige Kurskorrektur, wird er in der Zukunft vielleicht einmal als der Präsident gefeiert werden, der die Olympischen Spiele gerettet hat.