Kommentiert: Der Kreis Heinsberg nutzt seine Vorzüge

Kommentiert: Der Kreis Heinsberg nutzt seine Vorzüge

Keine Großstadt, keine Uni, keine Chance? Auf den ersten Blick ist der Kreis Heinsberg für große Unternehmen wenig attraktiv. Aachen hat eine exzellente Hochschule, Antwerpen einen großen Containerhafen, Düsseldorf einen internationalen Flughafen. Und der Kreis Heinsberg?

Der profitiert davon. Und das nicht zu knapp. Der Kreis Heinsberg steht bei der langfristigen Beschäftigungsentwicklung und bei der Entwicklung der industriellen Investitionen auf Spitzenplätzen in NRW. Und dass der Online-Händler Jago nach Hückelhoven kommt, ist nicht die erste spektakuläre Großansiedlung: Siemens in Wegberg-Wildenrath, QVC in Hückelhoven-Baal, die Lidl-Investition in Übach-Palenberg.

Im Kreis Heinsberg weiß man seine Vorzüge zu nutzen. Die Wirtschaftsförderer ziehen einen interessanten Vergleich: Wenn Hamburg das „Tor zur Welt“ sei, dann könne man den Kreis Heinsberg getrost als „Lieferanteneingang“ für Logistiker bezeichnen. Der Grund: Rund um die Überseehäfen ist der Platz knapp. Das bedeutet, dass die Sortierung auf die Empfängerorte verlegt wird. Die Waren werden auf die Schiene umgeschlagen und gelangen so an jeden beliebigen Ort im Hinterland. Ist das Ziel Deutschland, was liegt da näher, als die Fracht gleich hinter der Grenze abzuladen?

Ein weiteres Plus für den ländlichen Raum sind die Preise für Gewerbeflächen. Für den gleichen Kaufpreis bekommt man im Kreis Heinsberg etwa viermal so viel Land wie in der Rheinschiene. Das ist für einen Investor, der wie jetzt in Hückelhoven, ein 200.000 Quadratmeter großes Grundstück braucht, ein gewichtiger Faktor.

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