Kommentar zu Algorithmen: In der Pflicht

Kommentar zu Algorithmen : In der Pflicht

Ohne Algorithmen kommt heute niemand mehr aus. In den schier unendlichen Weiten der Datenströme sortieren und filtern sie, schaffen Muster und machen digitale Geschäftsmodelle erst möglich, oftmals vereinfachen sie unseren Alltag. Eine Verweigerungshaltung wäre also völlig fehl am Platz.

Doch Verbraucher haben natürlich ein Anrecht darauf, dass ihre Rechte analog wie digital gewahrt bleiben. Das betrifft elementare Grundrechte und den Schutz persönlicher Daten, es geht um das Verbot von Diskriminierung und mögliche Schadenersatzansprüche. Wer heute im Internet unterwegs ist, wird zwar schon weit besser geschützt als noch vor einigen Jahren. Aber die Vielfalt digitaler Angebote, neuer Geräte und Geschäftsmodelle ist so groß und der Wandel so schnell, dass staatliche Regulierung dem kaum gewachsen ist.

Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucher stärker als bisher über das Wirken von Algorithmen aufgeklärt werden. Eine Bank lässt beispielsweise mittels Algorithmen automatisch prüfen, welche Kreditangebote für einen Kunden infrage kommen. In solchen Fällen müssen sich Menschen darauf verlassen können, dass der Staat die Unternehmen zum umfassenden Schutz der Nutzer verpflichtet und Diskriminierungen ausschließen kann. Da stehen Politik und Wirtschaft zwingend in der Pflicht.

Mehr von Aachener Zeitung