Kommentar zur US-Handelspolitik: Im Diktatoren-Stil

Kommentar zur US-Handelspolitik : Im Diktatoren-Stil

Für US-Präsident Donald Trump kam das G7-Treffen von Biarritz mit einem angenehmen Begleiteffekt. Dank des Gipfels gerieten seine feldherrenartigen Eruptionen im andauernden Handelskrieg zwischen den USA und China in den heimatlichen Schlagzeilen etwas in den Hintergrund.

Dennoch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der volatile Trump dem Konflikt ein neues trauriges Kapitel hinzufügt – und Fragen wie diese provoziert: Was ist überhaupt seine Strategie? Was ist das Endziel? Und hört der Präsident überhaupt auf jemanden anders als seine Magengrube?

Seine Aussage, er „befehle hiermit“ amerikanischen Unternehmen, nicht mehr mit China Geschäfte abzuwickeln und nur noch in der Heimat zu produzieren, passt jedenfalls besser zum Diktator einer Bananenrepublik oder einem Sozialisten-Regime wie in Venezuela, gegen das Trump so gerne Giftpfeile verschossen hat. Auch die Erklärung, der eigene Notenbankchef sei der „Feind“, muss verstören.

Doch die neuesten Aussagen haben den Präsidenten, der ohne Rücksicht auf Verluste agiert, noch nie gestört. Warum er, der doch so oft einen Zusammenhang zwischen der Lage an den Börsen und seinen Wahlchancen sieht, die Kurse derzeit in den Keller treibt und Schockwellen durch die Finanzwelt jagt, ist absolut rätselhaft. Mit rationalem Handeln hat dies alles jedenfalls nichts gemein.