Glossiert: Liebe Mütter, wo ich bin, da ist vorne!

Glossiert: Liebe Mütter, wo ich bin, da ist vorne!

Liebe Mütter, die hitzigsten Auseinandersetzungen finden längst nicht mehr zwischen Mann und Frau statt, sondern unter uns Frauen. Mommy war es. So nennen die Amis die Sandkastenschlachten zwischen überengagierten, bräsig selbstverliebten Stillkühen und karrieregeilen Alphaweibchen.

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Später folgen dann Grabenkämpfe, die verdeckt geführt werden. Bei denen sitzt der Teufel in der Ecke und lernt. Nichts liegt mir ferner, als hier Öl ins Feuer gießen zu wollen. Aber ich möchte trotzdem festhalten: Den Muttertag habe ich von euch allen am meisten verdient. Denn: Wo ich bin, ist vorne.

Ich habe alles unter einen Hut bekommen: Beruf, Nachwuchs, Beziehung, Erziehung, Laktat und Diktat, Undercutfrisur und Bioklausur, Algebra und Wonderbra.

An dem Tag, an dem ich von meiner Schwangerschaft erfuhr, habe ich begonnen, alle Gymnasien in der Region unter die Lupe zu nehmen, um eines daraus auszuwählen und dieses bis zum Eintritt meiner Tochter nötigenfalls noch zu reformieren. Meine pädagogische Qualifikation als Mutter habe ich jeden Lehrer spüren lassen. Durch mich zog sich jeder Elternabend bis weit nach Mitternacht.

Und dann meine grenzenlose mütterliche Fürsorge: Wenn meine Tochter mal zum Mars fliegen würde, würde ich sämtliche Sicherheitskontrollen überwinden, mich bis zur Rakete durchkämpfen und hochrufen: „Hast du auch ne warme Jacke mit?“. Meine pragmatischen Lebensweisheiten, die ich immer wieder in meine Erziehung einfließen ließ: Wenn andere Mütter vor der Oberstufenparty sagten „Bitte trink nicht so viel!“, sagte ich immer: „Bitte iss etwas, bevor du dich abschießt.“

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