Glossiert: Hermine, die Hooligan-Katze

Glossiert: Hermine, die Hooligan-Katze

Meine Katze Hermine ist ein vollwertiges Mitglied der Familie. Wenn ich durch die Haustür komme, mustert sie mich, als würde sie sich wundern, dass ich einen Schlüssel für ihre Wohnung habe.

Das sind dann die Momente, in denen ich anfange, meine Katze zu siezen. Aber solange ich alles mitbenutzen darf, ist das für mich in Ordnung.

Wir lieben uns. Mal bringt sie mir eine Maus, mal einen Siebenschläfer. Sie würde mir auch einen Zwölfender bringen, wenn er durch die Katzenklappe passen würde. Ich revanchiere mich dann mit einem sauteuren Katzenspieltunnel. Und wo liegt meine Hermine dann? Im Karton. Sie liebt Pappe. 95 Prozent meiner Online-Einkäufe kann ich nicht zurückschicken, weil Hermine die Kartons so schön findet.

Neulich brauchte ich eine Bleibe für Hermine. Wir wollten in den Urlaub fahren. Auf der Suche nach einem Fünf-Pfoten-Superior-Hotel, stieß ich auf das Waldorf Astoria der Eifel für Stubentiger. Der Hoteldirektor empfahl beim Besichtigungstermin einen zweiwöchigen gemeinsamen Aufenthalt mit mir als Bezugsperson, um Stress zu vermeiden. Ich willigte selbstverständlich ein.

Nun ist meine Hermine ja ein Freigänger. Leider war das Hotel auf solche Gäste nicht eingestellt. Hermine randalierte und kratzte ein Stück Tapete ab. Man konnte ihr — dank Videoüberwachung — den Vandalismus zuordnen. So wurde auf der Endabrechnung diskret der Hooligan-Zuschlag in Höhe von einem Euro pro Nacht aufgeführt.