Glossiert: Habe ich die „Googelitis“?

Glossiert: Habe ich die „Googelitis“?

Ich bin der heutigen Technik gegenüber total aufgeschlossen. Ich würde mich als Biomasse mit WLAN-Anschluss bezeichnen: Alles wird online erledigt. Ganz ehrlich, ich kann mir ein Leben ohne mein iPad gar nicht mehr vorstellen.

Ich nutze Google auch, wenn es mir mal nicht so gut geht und ich die Ursache herausfinden will. Letzte Woche hatte ich Kopfschmerzen. Google wartete mit drei Möglichkeiten auf: Cholera, Kanalkakerlake oder Kolbenfresser. Die letzten beiden hielt ich für unwahrscheinlich. Ich habe weiter gegoogelt, bis hochploppte: Ihr Kontingent an Blödsuchen ist erschöpft. Irgendwie weiß Google alles.

Abends rief ich beim Pizzadienst an: „Hallo, ist da Luigis Pizzadienst?“ „Nein, hier ist Googles Pizzadienst. Google hat uns übernommen.“ Und weiter: „Möchten sie ihre Pizza wie immer? XL und mit extra Portion Käse? Oder darf ich Ihnen vorschlagen, dieses Mal eine kleine Vollkornpizza zu nehmen, Ihr BMI macht uns Sorgen.“ „Ich habe mich doch gerade gestern im Fitness-Studio angemeldet“, rutschte es aus mir heraus.

Antwort vom anderen Ende: „Aber die Einzugsermächtigung wurde abgelehnt, weil ihr Konto nicht gedeckt ist. Es wird zu keiner Trainingseinheit kommen.“ Ich war außer mir: „Ich wander‘ aus, dahin, wo es noch kein Internet gibt.“ „Dann sollten sie ihren Pass verlängern lassen“, hörte ich noch, „der ist nämlich seit sechs Monaten abgelaufen.“

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