Glossiert: Einkaufen für Ostern

Glossiert: Einkaufen für Ostern

Beim Einkaufen vor Ostern bekommt man eine vage Vorstellung von der Einwohnerzahl Deutschlands. Der Supermarkt ist rappelvoll.

Am Pfandautomaten steht eine lange Schlange, weil die Frau ganz vorne versucht, eine zerdrückte Flasche einzuführen. Die Flasche kommt immer wieder raus. Schließlich nimmt der junge Mann hinter ihr die verbeulte Flasche, richtet sie und führt sie wieder ein. Der Automat akzeptiert die Flasche — und zerdrückt sie wieder. Das ist Deutschland.

In der Gemüseabteilung beschweren sich die Eltern eines zweijährigen Justus Aurelius beim Marktleiter über das völlig unterrepräsentierte Angebot von unbelastetem Obst, während der Kleine hingebungsvoll den kompletten Griff des Einkaufswagens ableckt.

Gerade, als mein Kopfschütteln zu einem Schleudertrauma wird, sehe ich ein anderes Kind, das bereits wie eine wandelnde Puffreistüte aussieht. Es wirft sich auf den Boden, brüllt und bekommt auf diese Weise den erpressten Lutscher. Genau das versuche ich morgen in meiner Bank auch mal!

Beim Warten an der Kasse brauche ich Mut: Mein Arzt hatte mir geraten, mich abwechslungsreicher zu ernähren. Jetzt stehe ich hier mit 24 verschiedenen Sorten Schokoladeneiern. Die Leute hinter mir gucken schon komisch. Und dem Kassierer bin ich dann auch noch nicht schnell genug beim Einpacken. Auf einmal fängt der an, die Tetris-Melodie zu summen. Unverschämt! Ich habe mir dann erstmal in Ruhe von ihm das Treuepunkte-System erklären lassen.