Fahrdienstleister Uber plant den größten Börsengang seit Jahren

Kommentar zu Ubers Börsengang : Uber und die Risiken

Es würde nicht verwundern, wenn der heutige Börsengang des Fahrvermittlers Uber zu einem enormen Erfolg für die Anteilseigner wird.

Denn viele Anleger dürften darauf hoffen, dass das US-Unternehmen zukünftig einen Marktführer in der digitalen Ökonomie darstellt, wo Menschen vieles für Geld teilen – vom Autositz bis zum Zimmer daheim. Doch wer – wie dieser Autor – als Teilzeitfahrer für Uber persönliche Erfahrungen mit dem Konzern gemacht hat, kennt die Risiken, die mit einem Aktienkauf verbunden sind, aus erster Hand. Die Proteste der Fahrer, die das Rückgrat von Ubers Geschäftsmodell darstellen, haben in dieser Woche klar gemacht, dass es ein gehöriges Maß an Unzufriedenheit gibt. Mit der umstrittenen Entscheidung, den Fahrern nicht mehr einen bestimmten festen Prozentsatz von einem Passagier-Tarif zu zahlen, sondern bei hohen Nachfragezeiten teilweise über 50 Prozent an Gebühren selbst einzustecken, hat Uber diese Frustration noch gesteigert.

Schon jetzt ist der Prozentsatz jener, die nach einigen Monaten das Uber-Schild an ihren Wagen abnehmen, enorm. Unzufriedene Fahrer müssen sich jedoch auch zwangsläufig auf die Kunden und deren Bereitschaft auswirken, eine Fahrt zu bestellen. Hinzu kommt, dass Uber bisher trotz der enormen Einnahme-Margen für jeden Trip immer noch nicht profitabel ist und es in vielen Städten weiter Vorbehalte gegen den Vermittler-Dienst gibt. Gerade die roten Zahlen sprechen für Management-Probleme, die auch in der Vergangenheit deutlich geworden sind. Uber hat in seinem Börsenprospekt auf jede Menge Risiken hingewiesen. Dieses Kleingedruckte ernst zu nehmen, sollte die wichtigste Pflicht eines jeden potenziellen Uber-Anlegers sein.

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