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Der Klimaschutz in Deutschland muss stringenter werden

Kommentar zum Klimawandel in Deutschland : Koalition auf falschem Kurs

Der Klimawandel gewährt Entscheidungsträgern in der Politik keinen Aufschub mehr. In Deutschland werden heute im Mittel 1,5 Grad mehr gemessen als vor 140 Jahren, wie Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) mitteilte.

Das klingt wenig, hat aber bereits massive Auswirkungen wie Hitzewellen mit Todesopfern, Dürren, Starkregen, extrem niedrige Pegelstände und Ernteausfälle. Was folgt dann noch?

Zur Einordnung: Sollte die Weltbevölkerung so weiterleben wie bisher, droht die Temperatur nach Angaben der Vereinten Nationen bis zum Ende des Jahrhunderts sogar um 3,4 bis 3,9 Grad zu steigen – eine Zeitspanne, die heute geborene Kinder noch erleben können. Die Konsequenz aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann nur stringenter Klimaschutz sein.

Weltweit verzahnt müssen die Maßnahmen natürlich sein, hinterlegt mit verbindlichen Zielen und Sanktionen für die Staaten. Die Klimakonferenz im Dezember wird zeigen, wie ernst es die Regierungschefs mit dem Pariser Ziel meinen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Sozialer Ausgleich ist wichtig

Denn der Weg dorthin ist mühsam und teuer, wie schon die Bauernproteste und die geplanten Entschädigungen für Braunkohleunternehmen in Deutschland zeigen. Niemand soll unter die Räder kommen, sozialer Ausgleich ist wichtig.

Im Ergebnis darf das aber nicht dazu führen, was insbesondere Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) teils umgesetzt haben oder noch planen: Die angedachten Abstandsregeln für Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen gefährden den Ausbau Erneuerbarer Energien.

Und gemessen an den Investitionen in Straßeninfrastruktur sind die Mittel für den Ausbau der Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs noch immer zu gering. Auf diesem Kurs wird der Klimawandel kaum zu bremsen sein. So bitter das ist.