Kommentar zu den US-Sanktionen gegen die Türkei: Der Dilettant macht weiter

Kommentar zu den US-Sanktionen gegen die Türkei : Der Dilettant macht weiter

US-Präsident Donald Trump habe „aus dem Bauch heraus“ entschieden, als er den Abzug seiner Truppen aus Nordsyrien befahl, analysierte am Dienstag die „New York Times“.

Die eigentliche Frage dabei ist allerdings, welchen Rufen des Bauches der beratungsresistente Trump dabei folgte. Die Antwort wird dabei – auch mit Blick auf frühere Entscheidungen wie den bisher ineffektiven Schmusekurs mit Nordkorea – immer klarer: Trump bewundert insgeheim starke Männer wie Kim Jong Un, Wladimir Putin, den philippinischen Präsidenten Duterte oder nun eben seinen türkischen Amtskollegen Erdogan. Und da der US-Präsident jeden Tag neu nach Anerkennung heischt, treibt ihn dieses Phänomen dazu, seinen Vorbildern schmeicheln zu wollen.

Im Fall Syrien und seinem Dolchstoß in den Rücken der Kurdenmilizen hat Trump nun nach einer massiven Kritikwelle im In- und Ausland entschieden, den angerichteten Schaden zu reparieren. Doch dafür scheint es zu spät – zumal die verkündeten Sanktionen Erdogans Offensive kaum bremsen werden. Denn dieser weiß, dass sein Fan Trump hier reine Politik-Kosmetik betreibt.

Und was soll das Einfrieren von Konten türkischer Minister, die vermutlich über gar keine Bankverbindung in den USA verfügen dürften? Das Fazit bleibt: Der US-Präsident hat mit dem Syrien-Alleingang massiven Schaden angerichtet – und irrlichtert weiter als sicherheitspolitischer Dilettant durch die Weltgeschichte.

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