Kommentar zu Ladestationen für E-Autos: Bisher nur ein PR-Aufschlag

Kommentar zu Ladestationen für E-Autos : Bisher nur ein PR-Aufschlag

Der Ansatz von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), jetzt noch einmal richtig viel Geld für Ladestationen auszugeben, ist alles andere als neu. Schon sein Amtsvorgänger Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich dem angenommen, die Bundesregierung kündigte einst ein umfangreiches Förderpaket an.

Es floss auch Geld. Von einer flächendeckenden Versorgung, wie es sie mit üblichen Tankstellen gibt, kann aber noch lange nicht die Rede sein. Und so muss der neuerliche Aufschlag des viel kritisierten Herrn Scheuer auch zunächst als PR-Idee bewertet werden.

Denn das Hauptproblem mit der Ladeinfrastruktur ist nicht so sehr fehlendes Geld. Vielmehr stehen dem Ausbau bürokratische Hürden im Weg. Für deren Beseitigung sind aber mehrere Minister mit verantwortlich, die das nicht als Priorität auf ihrer Agenda haben: Justizministerin Katarina Barley (SPD), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bauminister Horst Seehofer (CSU).

Sie müssten dafür sorgen, dass es einfacher für Immobilienbesitzer und Mieter wird, Ladestationen an Stellplätzen oder in Garagen anzubringen. Bisher gelten zu viele Auflagen. Außerdem macht das Eichrecht Probleme, es ist unklar, wie viele Säulen dem deutschen Messrecht entsprechen. Solche Schwierigkeiten stoßen ab, sie lassen die Menschen zurückzucken vor der Anschaffung eines Elektroautos.

Besonders hinderlich ist weiterhin, dass von den etwas mehr als 16.000 Ladepunkten in Deutschland gerade einmal zwölf Prozent Schnelllader sind. Gepaart mit einer nach wie vor wenig zufriedenstellenden Batteriekapazität machen Elektroautos auf langen Strecken bisher kaum Sinn. Und dennoch lohnt jede Anstrengung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, sofern sie endlich richtig und konsequent angegangen würde.