Kommentar zu Bahntickets für Soldaten: Ab in die Schnürstiefel!

Kommentar zu Bahntickets für Soldaten : Ab in die Schnürstiefel!

Das Thema der Gratisfahrten für Soldaten in Uniform ist sicherlich nicht das wichtigste. Es gibt andere, die bedeutender sind und die die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in den nächsten Wochen und Monaten beherzt anpacken muss.

Die Personalnot bei der Truppe, das Berater-Unwesen in ihrem Ministerium und das marode Material sind die Mega-Baustellen der Oberbefehlshaberin.

Und dennoch: Je länger der Streit um die reichlich simpel klingende Idee des freien Benutzens der Bahn für Soldaten dauert, desto gefährlicher wird er für AKK werden. Denn irgendwann könnte gefragt werden: Wenn sie das schon nicht hinbekommt, wie soll sie dann erst die tatsächlichen Schwierigkeiten der Bundeswehr lösen? AKK muss deshalb jetzt zeigen, dass sie die Schnürstiefel anhat und nicht der Konzern, dessen Eigentümer immer noch der Bund ist.

Wie wichtig dieses Thema seitens der Regierung inzwischen genommen wird, zeigt sich daran, dass die Kanzlerin ihrer Ministerin zur Seite gesprungen ist. Die Bahn, so viel scheint damit sicher, wird klein beigeben müssen. Nur zu welchen Konditionen, das ist die Frage. Das Unternehmen hat jedenfalls im Moment den Schwarzen Peter – und (noch) nicht Kramp-Karrenbauer. Denn die Idee der Ministerin, die sie übrigens von der CSU übernommen hat, ist richtig. Es ist eine kleine Anerkennung für das, was die Staatsbürger und Staatsbürgerinnen in Uniform leisten. Sie haben mehr Wertschätzung verdient.

Künstlich bürokratisiert

Es hakt beim Geld. Alle anderen Probleme wie das der Buchungskonditionen, die die Bahn ins Feld führt, sind vorgeschoben. Derzeit wird von den Verhandlern der Bahn der Vorschlag der Verteidigungsministerin künstlich bürokratisiert und verkompliziert, um vermutlich am Ende mehr an Kompensation zu erhalten. Doch darf man die Konzernvertreter da schon einmal daran erinnern, dass der Bund in den nächsten zehn Jahren viele Milliarden in das Unternehmen steckt, um es auf Vordermann zu bringen. Da sind die paar Millionen – wenn überhaupt – an möglichen Mindereinnahmen durch Freifahrten für Soldaten Peanuts.