Kommentar zur Exzellenzinitiative: Aachen darf stolz sein

Kommentar zur Exzellenzinitiative : Aachen darf stolz sein

Aachen bleibt eine exzellente Hochschule. So hat es die Exzellenzkommission beschlossen und verkündet. Für eine Stadt wie Aachen, in der die RWTH fast omnipräsent ist, ist das ein gutes und ein wichtiges Zeichen.

Der Titel lockt hervorragende Wissenschaftler und Studenten aus der ganzen Welt in die Stadt. Das belebt Gesellschaft und Kulturlandschaft. International wird Aachen so zu einer Marke. Die Entscheidung macht stolz und kann die Identifikation der Bürger mit der Hochschule stärken.

Konzept nicht unumstritten

Das ganze Konzept „Exzellenzstrategie“ ist aber nicht unumstritten. Kleinere Hochschulen fühlen sich benachteiligt. AStA-Vorsitzende kritisieren die Entstehung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb der Hochschullandschaft. Doch die soeben getroffene Entscheidung hat auch gezeigt, dass sich niemand der Förderung sicher sein kann. Die Universität Köln hat es zum Beispiel nicht geschafft und wird nun die Suche nach den Ursachen starten müssen. Exzellent zu sein, muss auch heißen, wettbewerbsfähig zu sein – nichts anderes wird mit der Exzellenzstrategie überprüft.

Das Votum ist aber auch ein kleiner Sieg der Wissenschaft über die Politik. Das Expertengremium aus 39 überwiegend international tätigen Wissenschaftlern hat den Ministern von Bund und Ländern kaum noch eine andere Wahl gelassen, als der Vorauswahl, die in mehrtägigen Beratungen getroffen wurde, zuzustimmen. Anders als vielfach bei der Entscheidung über die Exzellenzcluster kritisiert, war es den Ministern fast unmöglich, eigene Interessen durchzusetzen.

Finanziell gesehen sind die rund 15 Millionen Euro, die nun jährlich zusätzlich aufs RWTH-Konto fließen, sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein eines weitaus größeren Gesamtetats. Doch der Ruhm, den der Titel mit sich bringt, erleichtert es, weitere Forschungsgelder einzutreiben und sich an die Fersen der US-amerikanischen Universitäten zu heften.

Deutschland muss selbstbewusst sagen können, dass hier zukunftsweisende und prestigeträchtige Forschung vorangetrieben wird. Das ist Voraussetzung auch für bleibenden Wohlstand, der letztlich allen zugutekommt. Und wenn dann noch „Made in Aachen“ draufsteht – umso besser.