Kreis Heinsberg: Mehr Einbrüche, mehr Autodiebstähle, aber positive Bilanz

Kreis Heinsberg: Mehr Einbrüche, mehr Autodiebstähle, aber positive Bilanz

Im Kreis Heinsberg hat es 2015 mehr Straftaten gegeben. Laut amtlicher Statistik gab es eine leichte Steigerung um 132 auf 17.671 Fälle. Trotzdem zog Andreas Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei der Kreispolizeibehörde Heinsberg, am Montag eine positive Bilanz. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt ist die Region aber ein sicheres Pflaster.

Weil derzeit organisierte, international agierende Verbrecherbanden in NRW operierten, sei der nur „moderate“ Anstieg der Straftaten für die Polizei zufriedenstellend.

Die Polizei konnte knapp die Hälfte (49,9 Prozent) aller Delikte aufklären. Im vergangenen Jahr lag die Aufklärungsquote etwas höher (51,5 Prozent). Das hänge damit zusammen, dass es mehr Straftaten gab, die schwierig aufzuklären seien, zum Beispiel Taschendiebstähle oder Einbrüche, sagte Bollenbach.

Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit bleibt die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche. Dabei konnte die Heinsberger Polizei in den vergangenen beiden Jahren Erfolge in Form sinkender Zahlen präsentieren. Im Vergleich zum Vorjahr hat es im vergangenen Jahr aber wieder 7,3 Prozent mehr Wohnungseinbrüche gegeben. Auch die Aufklärungsquote ist gesunken, von rund 23 Prozent auf 19,7 Prozent.

Ganz so negativ, wie es scheint, seien diese Zahlen aber nicht, sagte Frank Reuters, Leiter des Kriminalkommissariats 2 der Polizei im Kreis Heinsberg. Landesweit seien die Fallzahlen sogar um 18,1 Prozent gestiegen, und die Aufklärungsquote liege im NRW-Durchschnitt nur bei 13,8 Prozent. Deshalb werte die Polizei die nur moderat gestiegenen Zahlen als Konsequenz ihrer Fokussierung auf Einbrecher. Dank vieler Kontrollen, intensiver Spurensicherung und vieler Hinweise von Anwohnern habe man Einzelfälle und ganze Serien aufklären können.

Sorge bereitet der Polizei auch die noch einmal gestiegene Zahl der Autodiebstähle. Im vergangenen Jahr seien 220 Fahrzeuge geklaut worden. „Das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren“, sagte Reuters. Dabei spiele die Grenze zu den Niederlanden eine Rolle. Oft würden die Autos oder Teile davon auf der anderen Seite der Grenze wiedergefunden. Reuters geht davon aus, dass die Autos meist von überregional agierenden Banden gestohlen werden.

Ebenfalls von organisierten Banden gelenkt würden Taschendiebe, die im vergangenen Jahr im Kreis Heinsberg wieder häufiger zuschlugen. Die Polizei verzeichnete 171 solcher Diebstähle, wobei von den Tätern fast immer jede Spur fehle.

Positiv wertete die Polizei, dass die Zahl der Gewaltdelikte auf 463 zurückgegangen sei. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Jahr 2011 gab es noch 579 Fälle. Seither haben sich die Zahlen kontinuierlich verringert. „Wir hoffen, dass dieser Trend anhält“, sagte Reuters.

Dass viele Flüchtlinge in den Kreis Heinsberg gekommen sind, hat laut Bollenbach keine merklichen Auswirkungen auf die Kriminalität. Straftaten würden von Flüchtlingen nicht überproportional häufig begangen.