Kreis Heinsberg: Mehr als 1000 Frauen bei der Wallfahrt zum Birgelener Pützchen

Kreis Heinsberg: Mehr als 1000 Frauen bei der Wallfahrt zum Birgelener Pützchen

Das herbstliche Zittern um trockenes Wetter bei der Wallfahrt der Frauen der Region Heinsberg zum Birgelener Pützchen ist diesmal beim morgendlichen Nieselregen mehr als berechtigt gewesen. Doch das Wunder geschah.

Am Nachmittag schien sogar streckenweise die Sonne, und die nach Hunderten zählenden Radlerinnen aus dem ganzen Kreisgebiet konnten unbesorgt Richtung Birgelen starten. Sie stellten eine große Gruppe dar im mehr als 1000 Frauen umfassenden, komplett ausgestuhlten Versammlungsrund, das von den ehrenamtlichen Helfern sorgsam „trocken gelegt” worden war.

Betend und singend erwarteten die Frauen die auf dem Stationsweg von Birgelen kommende Prozession zu einer Feierstunde, die unter dem Gedanken „Mit Maria glauben und leben” den Nerv traf in einer Zeit, in der landauf und landab immer wieder von Krise in Kirche und Glaubensleben die Rede ist. Es war eine stimmige Atmosphäre, voller Konzentration und Aufgeschlossenheit, die über dem weiten Versammlungsrund lag.

Begrüßt wurden die Frauen und ganz besonders die Franziskaner-Ordensschwester Heriburg Laarmann aus Mönchengladbach sowie Regionaldekan Winfried Müller aus Geilenkirchen von Sabine Mevissen, Frauenseelsorgerin der Region Heinsberg, zugleich im Namen des Vorbereitungsteams mit Mechtild Jansen, Katja Wegener, Frau Faber, Stefanie Wirth und Maria Reyans.

Die Predigt von Schwester Heriburg war eine „Begegnung mit Maria”, die auf ihren Lebens- und Leidensstationen die Begegnungen mit dem Göttlichen vorgelebt hat und immer wieder einen Weg weist, wenn das Leben die Menschen vor Fragen und Entscheidungen stellt. Das begann schon mit der jungen, unverheirateten Maria, die ein Kind, den Sohn Gottes, gebären sollte. Da war die Begegnung mit Elisabeth, eine Begegnung unerhörter Art, die Glauben und Vertrauen aufbaute; da waren die weiteren Stationen dieses Lebens mit dem Göttlichen bis zu seinem Tod am Kreuze.

All diese entscheidenden Begegnungen setzten Glauben und Vertrauen voraus - die nicht laute, aber eindringliche und mitreißende Predigt einer Ordensfrau wurde verstanden.

Sie schloss mit einem bewegenden Magnifikat, das von Monika Schuhmacher aus Heinsberg mit ihrem wunderschönen Sopran gesungen wurde und einen tiefen Eindruck hinterließ.

Regionalkantor Winfried Kleinen begleitete wie seit vielen Jahren in der 62-jährigen Tradition der Wallfahrt der Frauen der Region zum Pützchen, Marienlieder, die gerade an dieser uralten Stätte des Gebetes so überzeugend klingen. „Es liegt an unserer Zeit, die so wenig glaubt, dass gerade diese Predigt an dieser Gebetsstätte uns so bewegt”, meinte eine langjährige Besucherin.

Sabine Mevissen dankte alle, die mitgeholfen hatten, diese Marienwallfahrt der Region vorzubereiten und mitzugestalten. Das war nicht nur das Vorbereitungsteam, das den Gottesdiensttext „zum Mitnehmen und Nachvollziehen daheim” gestaltet hatte. Das waren auch die vielen Helfer beim Stühlerichten und beim Transport der Sitzgelegenheiten, die von der Stadt Wassenberg zur Verfügung gestellt worden waren, zusammen mit dem Sozialmobil, das Gehbehinderten zur Verfügung stand.

Viele Frauen nahmen die Einladung zum Kaffeetrinken der Frauen von St. Georg im Pfarrheim am Wassenberger Stiftsplatz gerne an. Und viele andere Gruppen nutzten den so schön gewordenen Tag im Grünen, um sich ein paar Stunden zu erholen.

Es wurden auch 2109 Euro gesammelt, die hungernden Kindern in Brasilien und besonderen sozialen Notfällen im Kreisgebiet zur Verfügung gestellt werden.

Ein herzliches Grußwort galt auch Pfarrer i.R. Willi Steinrath, der als langjähriger Pastor von St.Lambertus Birgelen das Pützchen auch im hohen Alter noch Tag für Tag betreut und immer wieder zu seinen Betstunden einlädt.

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