Leserbriefe zur Maskenpflicht: Maske im Unterricht: Rauf oder runter?

Leserbriefe zur Maskenpflicht : Maske im Unterricht: Rauf oder runter?

Ist eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht sinnvoll – und überhaupt durchsetzbar? Ist die Sorge vor dem Coronavirus medial aufgebauscht? Sind private Feiern anders zu behandeln als öffentliche Ereignisse? Hier die Meinungen unserer Leser.

Friedrich Borghans aus Alsdorf kritisiert das Vorgehen von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer:

Für die Maskenpflicht im Unterricht mit der Androhung des Verweises von der Schule bei grobem Verstoß gegen diese Pflicht fehlt mir jedes Verständnis. Auch ihr Sohn ist doch mal zur Schule gegangen; da müsste ihr doch die eigene Erfahrung mit Kindern sagen, dass das unrealistisch ist. Kann sich jemand vorstellen, mit einer Klasse von 30 maskierten Schülern/innen ein Unterrichtsgespräch zu führen? Wer könnte da den anderen noch verstehen? Soll etwa jede/r Schüler/in die Maske vor eigenen Unterrichtsbeiträgen abnehmen und danach wieder aufsetzen?

Und was sind Verstöße, was sind grobe Verstöße gegen die Maskenpflicht, aus welchen medizinischen Gründen darf die Maske abgenommen werden, aus welchen pädagogischen Gründen, wann ist das Wetter heiß genug zum Abnehmen der Masken, wer entscheidet das alles im konkreten Fall, wer kontrolliert die Einhaltung der Maßnahmen?

Absurd auch in den Grundschulen. Kann sich jemand 100 oder 200 kleine Kinder in den Pausen über den Schulhof tobend mit Masken vorstellen? Oder vor Unterrichtsbeginn oder nach Unterrichtsschluss oder auf den Fluren? Manchen Kindern fehlt bei Schuleintritt jede Vorstellung von Disziplin. Wie soll das gehen? Wie viele Kinder brauchen Lehrers Hilfe beim Anlegen der Masken?

Ich bin froh, dass ich nach vielen Dienstjahren das jetzt nicht auch noch mitmachen muss. Ich glaube, ich würde streiken, auch wenn ich das gar nicht dürfte.

Auch Margret Jacobs aus Inden lehnt die Maßnahmen ab:

Und wieder wird den Schülern eine in meinen Augen wenig sinnvolle Last auferlegt. Es ist doch für den Normalbürger nicht zu verstehen, wieso Demonstrationen von 5000 Beteiligten genehmigt werden – wie man gesehen hat – mit einem hohen Risiko von Neuinfektionen. Diese rücksichtslose Teilnahme ist eine Gefahr für alle, und meiner Meinung nach müssen solche Demonstrationen vom Staat verboten werden. Es geht nicht an, dass die Allgemeinheit wegen einzelner ignoranter und auch dummer Mitmenschen gefährdet wird.

Und obwohl diverse Studien in Sachsen bewiesen haben, dass in Schulen (genau wie laut Düsseldorf-Studie bei Kita-Kindern) kaum Infektionsgefahr besteht, beschert uns die Schulministerin diese in meinen Augen unlogische Last.

Ich stelle mir vor, dass Kinder sechs bis sieben Stunden mit durchgeschwitzten Masken in warmen Klassenzimmern sitzen (Kinder der Klassen 5 lernen ihre künftigen Mitschüler nur mit Maske kennen – auch psychologisch wenig sinnvoll). Die Schüler müssten bei den Temperaturen sowieso mehrere Masken zur Verfügung haben, um die richtige Anwendung zu gewährleisten.

Selbst der halbherzige Trost, dass die Regelung nur bis zum 31. August gilt, stimmt hier nicht versöhnlicher. Es musste gehandelt werden, aber bitte nicht immer auf dem Rücken der Kinder!

Michael Hess aus Kreuzau ist ebenfalls gegen eine Maskenpflicht für Kinder im Unterricht und hält die Sorge vor Corona für medial aufgebauscht:

Die Nachricht über eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht ist ein Schlag ins Gesicht der jungen Bürger, die hier zum Spielball der Corona-Apokalyptiker werden, die nicht nachlassen in der Suche nach immer neuen, fadenscheinigen Begründungen für das Verlängern der Maßnahmen gegen das angeblich so gefährliche Virus. Krankheits- und Sterberate sind deutlich geringer als man uns von Anfang an glauben machen wollte, und seit die Fallzahlen deutlich zurückgegangen sind, werden stetig neue Statistiken bemüht, um dem Bürger Angst zu machen.

Jetzt die Maskenpflicht für Schüler einzuführen, ist eine Zumutung für die Kinder! Die Bevölkerungsgruppe, die am wenigsten von diesem Virus betroffen und gefährdet ist, soll sich jetzt täglich stundenlang in geschlossenen Räumen in den Bakterien des eigenen Atems suhlen! Viele Mediziner warnen vor dem Tragen von Masken als eigene Quelle für Gesundheitsgefährdung. Von den Problemen bei den aktuellen Sommertemperaturen einmal ganz abgesehen. Die Vertreter der Maßnahmen haben einen entscheidenden Trumpf in der Hand, denn sie können immer behaupten, dass es ohne die Maßnahmen ja schlimmer gekommen wäre.

Es scheint Menschen zu geben, die nach noch mehr Einschränkungen ihrer Freiheit verlangen, nicht ohne Unterstützung der Medien übrigens, und man übertrifft sich gegenseitig mit den Forderungen nach „mehr“!

Mit dem Ende der Ferien hätte man den Kindern und auch allen anderen Bürgern ihre Freiheit zurückgeben sollen.

Claus Maas aus Jülich bietet zu dieser Diskussion eine kleine Parabel an:

Ein kleines Volk lebte schon immer nahe am Wasser. Obwohl das Wasser von Jahr zu Jahr leicht anstieg, beruhigte man sich damit, dass man einen starken Staudamm habe – der werde schon halten. Im Frühjahr allerdings stieg das Wasser so stark an, dass es den Leuten doch mulmig wurde. Vorsorglich wurde Evakuierung angeordnet – bis die Gefahr vorüber sei.

Im Sommer fiel der Wasserspiegel, aber es zeigten sich auch kleine Risse im Damm – nicht zuletzt, weil einige aus Spaß mit ihren Booten hohen Wellengang verursachten.

Am Ende des Sommers sollten alle ins Dorf zurückkehren – man verwies aber auf die Risse und meinte, die sollten doch zuerst mal geschlossen werden. Das hielt nun der Magistrat für zu aufwendig, der ganze Zement, den man aufgespart hatte, wurde an anderer Stelle gebraucht. Man legte ein paar Kanäle an, erklärte dem eindringenden Wasser, es solle doch besser draußen im Meer bleiben – natürlich freiwillig, denn zurückhalten könne man es wohl nicht. Den Leuten im Dorf wurde vorsichtshalber auferlegt, Schwimmflügel anzulegen.

So etwa kommt der Entscheid zur Maskenpflicht zustande: Es wird nicht dafür gesorgt, dass keine Infektionen überhaupt in die Schule getragen werden – was ein Leichtes wäre, indem man Kinder, die aus Risikogebieten bereits ohne Kontrollen zurückgekehrt sind, und die eigentlich in Quarantäne gehörten, konsequent testet oder ihnen ansonsten den Zutritt für entsprechende Zeit verwehrt. Stattdessen quält man alle Kinder mit einer Maskenpflicht nicht nur auf dem Schulhof, auch in den Klassen. Mir tun nicht nur die Kinder leid, sondern auch die Kollegen, die so etwas durchsetzen und dabei noch Aufmerksamkeit und Konzentration einfordern sollen, jetzt wo endlich wieder Schule stattfindet.

Friedrich Könen aus Niederzier sieht unübersichtliche Regeln bei Abstands- und Maskengeboten:

Ich war zu einer privaten Feier eingeladen, zwölf Personen waren anwesend. Es bestand in der Runde Uneinigkeit darüber, ob bei einer solchen Feier das „Maskengebot” und das „Abstandsgebot“ zu beachten seien. Es wurde die Meinung vertreten, dass bei einer privaten Feier diese Gebote nicht beachtet werden müssen. Mir war neu, dass das Coronavirus „private” Veranstaltungen verschont und nur bei öffentlichen Veranstaltungen zuschlägt. Da alle Länder andere Regelungen schaffen, verlieren die Menschen den Überblick und ziehen schließlich völlig falsche Schlüsse.