Kreis Düren: Marlies Tepe: „Bildung ist ein Menschenrecht“

Kreis Düren: Marlies Tepe: „Bildung ist ein Menschenrecht“

Zur Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Düren der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte der Vorsitzende Peter Erken die Bundesvorsitzende Marlies Tepe im „Komm“-Zentrum in Düren als Gastreferentin gewinnen können.

Themen wie Inklusion, Integration, Ungleichbehandlung bei Besoldung und Status brennen den Lehrern seit Jahren auf den Nägeln. Marlies Tepe hatte am Vormittag der auslaufenden Hauptschule in Gürzenich einen Besuch abgestattet, um sich einen Eindruck von einer Schule zu machen, die Ende des Schuljahres aufgelöst wird.

Stark machte sie sich für ein neues Fach an Schulen: Werteerziehung. Damit sollen auch die Schüler, denen von Haus aus nur wenig an Werten vermittelt werde, diese in der Schule erlernen. Wobei Tepe dann auch bei der Integration von Kindern anlangte, die mit oder ohne Eltern auf der Flucht vor Krieg und Hunger in Deutschland angekommen sind.

„Bildung ist ein Menschenrecht“, erinnerte Tepe, „und Schulpflicht gilt für alle, unabhängig vom Status der Eltern oder dem Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein gültiger Papiere“. In Zeiten, in denen die Steuereinnahmen sprudeln, sollten die notwendigen Euros in die Bildung gesteckt werden, fuhr die Bundesvorsitzende fort. Die Gewerkschaft ist für die Inklusion, doch für eine Inklusion, die mit den notwendigen Sachmitteln und einem gut ausgebildeten Personal verbunden ist. Im Vertrag der Koalition von Union und SPD stehe nichts von Inklusion und Integration. Wie auch, denn Bildung sei ja Ländersache. Doch es stehe ein wichtiger Satz dort, den man beachten müsse: „Bildung muss von Anfang an gewährleistet sein!“

Die GEW werde, so Tepe, weiter Druck auf die Politik machen, denn ohne Bildung gehe eine Gesellschaft zugrunde. Tarifpolitik alleine helfe da nicht.

Auch das Problem der ungleichen Behandlung von angestellten und beamteten Lehrern steht auf der Agenda der Gewerkschaft. Einer gleichlangen Ausbildung müsse eine gleiche Besoldung folgen. Gleiche Arbeit solle auch gleich bezahlt werden. Die Solidarität aller sei gefragt, um die Ungerechtigkeiten im Schulsystem auszumerzen. Und immer wieder stehe dem oft der Föderalismus in Deutschland im Wege.

Zur Ehrung standen 31 Mitglieder der GEW im Kreis an:

25 Jahre sind Helmut Dahlmanns, Monika Müller, Astrid Dammers, Martina Wittlinger und Walburga Eßer Gewerkschaftler.

Seit 30 Jahren gehören Helmut Krifft, Helmut Talke, Hans-Willi Stollenwerk, Erika Monnartz, Lydia Willing und Ingrid Mantl der GEW an. 35 Jahre Ulrike Hellmann, Marie-Therese Tugendheim, Erika Petmecky, Monika Prost, Rainer Pongs, Jürgen Meier, Martina Doeckel-Häcke, Franz-Georg Graafen, Gisela Penugaow und Ulrich Vollmer der GEW treu.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Wolfgang Arnoldt, Peter Erken, Birgit Schmidt, Edith Deneffe-Buchkremer und Hermann-Josef Gerhards geehrt.

45 Jahre sind Hannelore Dauven-Gläßer, Gerhard Babel, Johann Schroeder und Reiner Dauven Mitglied, 50 Jahre ist Waltraut Ludwig GEW-Mitglied.