Geilenkirchen: Marktplatz ein Heerlager der Gladiatoren

Geilenkirchen: Marktplatz ein Heerlager der Gladiatoren

Eine 37-köpfige Gruppe von römischen Legionären nebst Frauen sorgte am Wochenende in Geilenkirchens City für ein „Gladiatoren-Spektakel”, wie es der Kreis Heinsberg bisher noch nicht erlebt hat.

Eigens aus Italiens Hauptstadt Rom von der italienischen Einheit beim Awacs-Verband eingeflogen, verbrachten die Römer drei Tage in der Stadt an der Wurm. Die Idee zu dem außergewöhnlichen Showevent hatte der Kommandeur des italienischen Kontingents beim Nato E-3A-Verband, Oberst Angelo Piccillo.

„Meine Intention war es, das alljährlich aus Anlass unseres Jahrestages der italienischen Republik innerhalb des Verbandes begangene Fest in die Stadt zu verlegen”, erklärte der Oberst. Dadurch werde es den italienischen Staatsangehörigen in und um Geilenkirchen ermöglicht, sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und die Freundschaft zwischen den internationalen Angehörigen und der Stadt Geilenkirchen vertieft.

In diesem Jahr jährte sich zum 63. Mal die Gründung der Republik, und aus diesem Anlass hatte die italienische Gemeinschaft alle deutschen und internationalen Freunde zum Mitfeiern eingeladen. Neben der Präsentation von chromblitzenden Karossen italienischer Automobilhersteller und verschiedener Informationsstände hatten die Gastgeber um Oberst Angelo Piccillo die römische Historiengruppe „SPQR” (Senatus Populusque Romanus) nebst Kaiser Domiziano II. und einer seiner zwei Gemahlinnen namens Flavia verpflichten können.

Die 2004 gegründete 10. Legion lässt die alten römischen Traditionen wieder aufleben. Ganz ungewohnt für die südländische Mentalität fielen die Römer zehn Minuten früher als geplant am Samstagmorgen in Geilenkirchen ein.

Auf diesen „Überraschungsangriff” war selbst Bürgermeister Andreas Borghorst nicht vorbereitet, der pünktlich um 10 Uhr mit Sohn Clemens auf dem Marktplatz erschien. Zu diesem Zeitpunkt hatte die in ursprünglichen Uniformen und Gewändern ausgestattete Legion den Markt schon eingenommen.

Von der Grundschule waren die Legionäre unter Führung von Centurio Giorgio Franchetti, laut ihren Namen „Legio Decima” rufend, in das Herz der Stadt vorgedrungen. Neben dem „Quimperle-Hinkelstein” vor St. Ursula bauten die Römer ein kleines Zeltlager auf, bevor sie mit einer Vorführung von Gladiatorenkämpfen und römischen „Kriegs-Strategien” die Zuschauer begeisterten.

Zu den verschiedenen Kampfstellungen gehörten auch das Bilden einer „Mauer” und „Schildkröte” zur Abwehr der Feinde.

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