Städteregion: Mängel beim Brandschutz: Für die Städteregion wird‘s richtig teuer

Städteregion: Mängel beim Brandschutz: Für die Städteregion wird‘s richtig teuer

Kürzlich erst haben sich die Leiter der städteregionalen Förderschulen dafür ausgesprochen, dass die Städteregion auch in Zukunft ihr Träger sein soll. Anlass für das klare Plädoyer waren Überlegungen gewesen, die Schulen im Zuge der Umsetzung des Strukturkonzeptes und des damit auferlegten Sparzwangs an den Landschaftsverband abzugeben.

Weil die gesetzlichen Vorgaben dies derzeit aber gar nicht zulassen, ist das Thema vom Tisch — und irgendwie doch in Erinnerung geblieben. Denn überall dort, wo man in Schulen und Kitas nachfragt, wird die Städteregion als Träger in höchsten Tönen gelobt. Wegen der guten fachlichen Begleitung und der hervorragenden Ausstattung.

Rund eine Millionen Euro soll die Fassadensanierung an der Lindenschule in Aachen kosten.

Da passt es — mit Blick auf letzteres Argument — ins Bild, dass weiter kräftig investiert wird. Auf 4,795 Millionen Euro summieren sich die Maßnahmen, die die Städteregion schon angestoßen hat oder in absehbarer Zeit beginnen wird. Allerdings hat die Verwaltung das Paket nicht aus Großzügigkeit geschnürt. Vielmehr sind bei Sicherheitsüberprüfungen in mehreren Schulen zum Teil gravierende Mängel beim Brandschutz festgestellt worden.

Der Schwerpunkt liegt auf den Berufskollegs, für die die Städteregion seit ihrer Gründung im Oktober 2009 flächendeckend, das heißt auch in der Stadt Aachen, zuständig ist. 1,35 Millionen Euro fließen alleine in das Berufskolleg Eschweiler. Hier werden die Sicherheitsstandards seit dem Frühjahr 2015 sukzessive erhöht. Decken, Wände und Türen sind inzwischen ebenso erneuert worden wie weite Teile der Elektroinstallationen. Was bleibt und vor allem in den Sommerferien erledigt werden soll, ist die Instandsetzung vorhandener Brandschutztüren, der Umbau der Entrauchungsanlage sowie Metallbau- und Malerarbeiten. Zum Abschluss der Großbaustelle Mitte November wird das Berufskolleg dann sicherheitstechnisch, aber auch optisch auf dem neuesten Stand sein.

Ähnliches kann auch für das Berufskolleg Herzogenrath festgehalten werden. Bei der letzten Brandschau hatte sich in dem mehrfach um- und ausgebauten Gebäude ein akuter Handlungsbedarf offenbart. Mit der Konsequenz, dass die Städteregion ein umfassendes Sanierungskonzept aufgestellt hat, das im Laufe dieses sowie des kommenden Jahres umgesetzt werden soll. Der finanzielle Aufwand liegt auch hier im siebenstelligen Bereich: Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro sind angesetzt.

Ganz so teuer wird es beim Berufskolleg Alsdorf nicht. Aber auch dieses in die Jahre gekommene und brandschutztechnisch veraltete Gebäude muss umfangreich saniert werden. Kostenpunkt: 850.000 Euro. Erste kleinere Maßnahmen wie die Umrüstung von Türen wurden Ende vergangenen Jahres umgesetzt, die Aufträge für die Demontage der Decken, den Einbau von Fluchtfenstern sowie für Metall-, Rohbau- und Elektroarbeiten sind erteilt.

Diverse Arbeiten müssen im laufenden Betrieb erledigt werden, doch vor allem in den nächsten Sommerferien wird es noch einmal mächtig rundgehen. Danach soll das Ende zumindest in Sicht sein: Die Städteregion plant für Dezember 2016 mit dem Abschluss der Maßnahme.

Erhebliche Beeinträchtigungen

Der Lindenschule in Aachen wird zu diesem Zeitpunkt noch alles bevorstehen. Allerdings geht es hier nicht in erster Linie um den Brandschutz. Im kommenden Jahr startet die Sanierung von Teilen des 45 Jahre alten Gebäudes, die nach Schätzungen von Uwe Zink fünf bis sechs Monate in Anspruch nehmen wird. „Wir prüfen derzeit, ob die betroffenen Klassen für diesen Zeitraum ausgelagert werden können“, sagt der Baudezernent, der mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Unterricht in der Sprachförderschule rechnet.

Schließlich geht es nicht nur der bröckelnden Fassade an den sprichwörtlichen Kragen. Vielmehr müssen auch die PCB-belasteten Unterkonstruktionen der Abhangdecken sowie die überwiegend einfach verglasten Fenster ersetzt werden. In der Summe wird das rund eine Million Euro kosten.

Gemessen daran sind die Mängel am Berufskolleg für Gestaltung und Technik in Aachen (Neuköllner Straße) eher gering. Dort sind die Stahlgeländer und Sichtbetonelemente an der Fassade nach Aussage von Zink stark beschädigt. In Teilen konnten die Schäden bereits behoben werden. Weil aber eine erste, von der Stadt Aachen vorgenommene Schätzung laut Zink fehlerhaft war und die Gesamtkosten mit nunmehr 495.000 Euro weit über den ursprünglich veranschlagten 375.000 Euro liegen, mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Die weitere Finanzierung ist inzwischen sichergestellt, so dass die Restarbeiten im Laufe des Sommers vorgenommen werden können.

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