Aachen: Luca Swieter auf der Suche nach dem Soundtrack der Poesie

Aachen : Luca Swieter auf der Suche nach dem Soundtrack der Poesie

Luca Swieter, 23, ist in Niedersachsen aufgewachsen, lebt aber seit dreieinhalb Jahren in Aachen. Hier studiert sie Gesellschaftswissenschaften. Wie die meisten Studenten hat sie zusätzlich einen Nebenjob. Doch sie kellnert nicht oder faltet T-Shirts. Sie ist Poetry-Slammerin. Im Interview mit Wir Hier spricht sie über den „Chaos Lese Club“ und den ersten Aachener Jazz Slam.

Luca präsentiert ihre selbstgeschriebenen Texte auf Poetry-Slams in ganz Deutschland und hat bereits mehrfach an den NRW-Landesmeisterschaften teilgenommen. Heute Abend ist sie beim ersten Aachener Jazz Slam in der Aula 1 der RWTH dabei. WirHier hat mit ihr darüber gesprochen, wie es ist, mit musikalischer Begleitung zu slammen.

WirHier: Luca, Du slammst seit 2013. Wie bist Du dazu gekommen?


Luca Swieter: 2009, während meiner Schulzeit, hat einer meiner Lehrer einige damals bereits erfolgreiche Slammer an meine Schule geholt. Die haben dann Workshops angeboten und ich war direkt begeistert.

WirHier: Was ist der „Chaos Lese Club“?

Luca: Das ist eine Lesebühne, die ich vor fast zwei Jahren gemeinsam mit vier anderen Aachener Slammern gegründet habe. Wir haben mit Veranstaltungen in der Bar Zuhause angefangen und sind inzwischen regelmäßig in der Raststätte. Mittlerweile ist es sogar eigentlich mehr als eine Lesebühne: Wir haben auch Showelemente und Musik, inzwischen ist es eher eine Kleinkunst-Show.

WirHier: Was erwartest Du Dir vom ersten Aachener Jazz Slam? Was hat das Publikum zu erwarten?


Luca: Ich selbst habe schon an mehreren Jazz Slams teilgenommen, bin aber jetzt sehr gespannt auf die Musiker, die heute dabei sind, die kenne ich noch nicht. Das Publikum kann eine sehr interessante, unterhaltsame Abwandlung des klassischen Slams erwarten.

WirHier: Wie ist es als Slammer, wenn während des Vortrags Instrumente neben einem dudeln?


Luca: Am Anfang ist das schon ungewohnt und kann einen vielleicht irritieren, dass da ein neues Element in den Soloauftritt reinkommt. Wenn man sich darauf einlässt, macht es aber wahnsinnig viel Spaß, den eigenen Text simultan musikalisch untermalt zu bekommen.

WirHier: Wie wählst Du deinen Text für einen Slam aus? Wählt man bei einem Jazz Slam anders?


Luca: Ich mache das oft sehr spontan, manchmal sogar erst auf der Bühne. Man guckt dann, was für Leute so im Publikum sitzen. Manchmal liegt man mit seiner Einschätzung aber auch daneben. Ich finde, dass lyrische, ruhige Texte gut untermalt werden können. Storytelling-Stücke sind dagegen eher schwierig.