Stolberg: Zweite Ausstellung der „In memoriam“-Reihe

Stolberg: Zweite Ausstellung der „In memoriam“-Reihe

Gesichter haben ihn Zeit seines Schaffens fasziniert und inspiriert. Dank seines speziellen Blickes, seines Gespürs für Komposition und seines technischen Könnens gelang es Bert Stollenwerk, die Faszination dieser Gesichter auf Leinwand und Papier zu bannen. Der Stolberger Künstler ist bekannt für seine Porträtmalerei, aber auch die Gesichter von Landschaften und besonders seiner Heimatstadt sind vielen Kunstfreunden ein Begriff.

Angereichert mit grafischen Arbeiten und abstrakten Werken ist ein Auszug Stollenwerks Schaffens ab Sonntag, 9. Februar, im Rahmen der Ausstellungsreihe „In Memoriam“ in der Direktionsvilla des Museumsquartiers Zinkhütter Hof zu sehen.

1912 in der Kupferstadt geboren, besuchte Stollenwerk bereits im Alter von 15 Jahren die Kunstgewerbeschule in Aachen, aus der er 1932 als Meisterschüler hervorging. In Stolberg machte er sich daraufhin als freischaffender Maler und Grafiker selbstständig. Sein erstes Atelier errichtete er im Dachgeschoss der Burg, der heutigen Burg-Galerie, und machte sich schon als junger Künstler im Raum Aachen einen Namen. „Der Zweite Weltkrieg bedeutete für ihn eine künstlerische Zwangspause. Ein Großteil seiner Werke wurde zerstört, und sein Atelier in der Burg fiel den Flammen zum Opfer“, erläutert Lars Harmens, Stollenwerks Schwiegersohn, der die Bildauswahl für „In Memoriam“ kuratiert.

„Doch gleich nach dem Krieg hat er auch in für die Familie finanziell schwierigen Zeiten weiter als Künstler gearbeitet. Mit dem Wirtschaftswunder gab es dann mehr Aufträge für ihn.“ Damals sei bemerkenswert gewesen, dass Stollenwerk Gesichter Stolbergs gemalt hat, die im Zeitgeist des Aufbruchs und der Modernisierung von vielen als eher störend empfunden wurden. Gegen den Wunsch nach Erneuerung brachte der Künstler in seinen Bildern die Ästhetik der seiner Meinung nach erhaltenswerten Stolberger Altstadt zum Ausdruck, malte Burg-, Enkerei- und Klatterstraße oder den Kupferhof in der Schart.

Ausdrucksstarke Zeitzeugen

„Er hat schon damals viel für Imagepflege der Kupferstadt getan“, meint Harmens, und Sebastian Wenzler stimmt zu und ergänzt: „Bert Stollenwerks Bilder haben oft den Charakter von Zeitzeugen, dokumentieren ausdrucksstark die Schönheit Stolbergs.“ Der Leiter des Museums Zinkhütter Hof ist zuversichtlich, dass die Reihe „In Memoriam“ sich mit der neuen Schau noch stärker in der regionalen Kunstszene etabliere. „Die Hermann-Koch-Ausstellung war bereits ein sehr gelungener Beginn, und mit Bert Stollenwerk folgt gleich der nächste künstlerische Paukenschlag.“

Christa Oedekoven, Initiatorin des Kunst-Departments in der Villa des Zinkhütter Hofs, verweist darauf, dass Stollenwerk von 1956 bis 1976 auch an verschiedenen Schulen als Kunsterzieher tätig war. „Bert Stollenwerk hat vielen Stolbergern das Zeichnen und Malen beigebracht.“ Sollte also das Publikumsinteresse bei der Vernissage ähnlich groß sein wie bei der ersten „In Memoriam“-Ausstellung, werden die Organisatoren Begrüßung und Einführung in die Schau kurzerhand in das Forum des Zinkhütter Hofs verlegen. Anschließend können die Besucher dann gruppenweise die Ausstellung im intimen Rahmen der Villa des Museums genießen.