Zweifaller Rosenmontagszug rekordverdächtig

Bunte Gruppen und tolle Themen : Beim Start lacht Zweifall sogar die Sonne

Die unsichere Wetterlage - Sturm drohte - hatte beim Zweifaller Rosenmontagszug aber nur zu kleinen Einschränkungen geführt. Um den zu erwartenden Böen keine Angriffsflächen zu bieten, hatte man auf hohe Aufbauten verzichtet.

So hatten die Fußballer vom VfL Vichttal beispielsweise an ihrem rollenden Dampfschiff vorsorglich die Kamine entfernt. Doch beim Start in der Mittagszeit schien sogar die Sonne.

Was die Größe anging war Zweifalls närrischer Lindwurm auch diesmal wieder rekordverdächtig. Denn zu den eigenen Gruppen, hatten sich Abordnungen aus Vicht, Gressenich, Werth und Schevenhütte gesellt, die ebenso wie die Zweifaller Eschekülle mit fantasiereichen Wagen und Fußgruppen unterwegs waren.

Organisiert hatte den Umzug traditionell die KG Zweifaller Karneval 1950, deren Präsident Andreas Aberle nicht im Wagen mitfuhr, sondern stattdessen das Geschehen an der Ecke Jägerhaus-/Werkstraße regelte, wo sich seit einigen Jahren am Rosenmontag die Zweifaller Partymeile befindet. Denn dort stehen die Menschen in Viererreihen am Straßenrand, und gleich nebenan gibt es auf dem kleinen Vorplatz an der Sparkasse die leckere Erbsensuppe von Zweifalls Freiwilliger Feuerwehr.

Höhepunkte beim Umzug waren auch diesmal die eigenen Gruppen. So hatte sich eine kleine, von Dieter Kluge und Hartmut Mathee angeführte Gruppe als Pelztiere verkleidet, die unter dem Motto: „Rettet den Wald, esst mehr Biber“ durch den Ort zogen: Das Biberfutter, kleine Fichtenstämme, hatten die Witzbolde gleich mit gebracht.

Als „Kindergärtchen“ haben sie vor einigen Jahren ihre Zugkarriere gestartet, die rund 20 Zweifaller, die jedes Jahr mit „Kind und Kegel“ unterwegs sind, um ein jährlich wechselndes Motto auf die Beine zu stellen. So hieß es diesmal „Zweifall goes Hawaii“. Ihrem Motto entsprechend hatte sich die Gruppe, der jüngste Teilnehmer war vier und der älteste 58 Jahre alt, mit Baströcken, geblümten Hemden und Blusen sowie kurzen Hosen ausgestattet. Anstelle sonnenverbrannter Beine mussten braungefärbte lange Strümpfe oder Strumpfhosen herhalten. Die dazu gehörenden Palmen und Kakteen wurden im Bollerwagen mitgeführt.

Für eine erneute Ausfahrt nutzten auch die Vichter Zweifalls närrischen Lindwurm. Sie hatten eine große Abordnung gestellt, die von Burggraf Jochen I. (Emonds) angeführt wurde. Ebenfalls mit dabei war die Gruppe, die sich das Motto: „Veeter Waldtiere op Jöck“ ausgesucht hatte. Toll auch die Kostümierung der Frauen vom VfL Vichttal. Sie hatten sich mit bunten Lockenperücken, deren Pracht aus farbigen Schaumstoff bestand, und schwarzen, langen Fräcken ausstaffiert.

Weil wegen des Neubaus der Hasselbachbrücke die Döllscheidterstraße nicht erreichbar war, nutzen die Zugteilnehmer überwiegend die Jägerhaus- und Werkstraße für ihren Marsch durchs Dorf. Musikalisch untermalt wurde der Zug von den Gressenicher Blasmusikanten und dem Trommler- und Pfeifercorps aus Zweifall.

Danach war aber noch lange nicht Schluss. Nach Zugende traf man sich im Festzelt an der Kornbendstraße und dort bis in den Veilchendienstag hinein, kräftig weiter zu feiern.