Stolberg: Zwei Chöre bieten beeindruckenden Auftritt in der Finkenbergkirche

Stolberg: Zwei Chöre bieten beeindruckenden Auftritt in der Finkenbergkirche

Dass adventliche Musik von einem großen Spannungsbogen gekennzeichnet sein kann, stellten am Wochenende in der Finkenbergkirche der Männergesangverein (MGV) Cäcilia aus dem belgischen Raeren und der Werkschor der Firma Leoni-Kerpen unter Beweis. Gleich zu Anfang intonierten die ganz in Schwarz auftretenden 22 Männer aus Raeren die berühmte schottische Volksweise „Loch Lomond“.

Unterstützt wurden die Raerener dabei von Bariton Karl-Heinz Pelzer, der durch seinen Soloauftritt den einzelnen Passagen noch mehr Gehalt und Gewicht gab.

Diesem beeindruckenden Auftritt in nichts nach standen die Gastgeber des Werkschors Leoni-Kerpen. Sie konnten sich im zweiten Teil des Konzertes unter anderem mit dem „Panis angelicus“ von César Franck hervorragend in Szene setzen. Auch hierbei war es wieder ein Solist - in dem Falle Tenor Ralph Willms -, der mit seiner gehaltvollen Stimme dafür sorgte, dass die zu Herzen gehende Melodie die erforderliche Tiefe erhielt.

Abgesehen davon verstanden es beide Chöre, das Publikum - die Bankreihen des 1725 entstandenen Gotteshauses waren gut gefüllt - hervorragend zu unterhalten. Denn beide Formationen überboten sich förmlich in dem Bemühen, mit andersartiger und außergewöhnlicher Adventsmusik neue Akzente zu setzen.

Dazu zählten auch die Melodien „Gaudite“ und „Riu, Riu“, die überwiegend von der Gesangskunst der Raerener Tenöre Robert Schmitz und Karl-Heinz Pelzer geprägt waren. Als Hommage an die Vorweihnachtszeit brachten dann die Männer des Werkschors die Melodien „Weihnachten bin ich zu Haus“, „Weihnachtszauber“ und „Weihnachtsglocken“ zu Gehör. Begleitet wurden die Kupferstädter dabei von der Kirchenmusikerin Ursula Ritzen am Klavier.

Zum Abschluss des einstündigen Konzertes, dessen unterschiedlich gearteten Blöcke vom Publikum mit großem Applaus bedacht wurden, traten dann beide Chöre gemeinsam auf und boten die Lieder „Transeamus usque Bethlehem“ und „Denn es ist Weihnachtszeit“. Dabei traten die beiden Dirigenten Sabine Hickmann aus Raeren und Kurt Haller aus Stolberg im Wechsel auf.

In das Konzert eingebunden war auch eine Ehrung: Alfred Teutenberg und Matthias Steinfeld wurden für 50 beziehungsweise 60 Jahre treue Mitgliedschaft im Leoni-Kerpen-Chor mit Urkunden und Präsenten bedacht.

Der Männergesangverein Cäcilia Raeren ist bereits 1854 entstanden. Ein für die Zukunft entscheidendes Fundament wurde gelegt, als man sich in den 1960er Jahren von der reinen Kirchenmusik verabschiedete und das Repertoire um moderne und zeitgenössische Stücken erweiterte.

Der Leoni-Kerpen-Werkschor wurde 1950 gegründet. Hatte man Anfangs nur Betriebsfeiern und Jubilarehrungen mit Musik verschönert, wurden später weltliche und religiöse Chorsätze hinzugenommen, und es standen nun vermehrt öffentliche Auftritte im Fokus.