Stolberg: Zur Belohnung gibt es das Gütesiegel

Stolberg: Zur Belohnung gibt es das Gütesiegel

Stolz begutachten die elf Frauen ihre neuerworbenen Urkunden, die sie als qualifizierte Tagespflegemütter ausweisen. Tüpfelchen auf dem „i” ist, dass die aufwendige Ausbildung, die sie im Helene-Weber-Haus genossen haben, mit dem Gütesiegel zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ausgezeichnet ist.

„Die Absolventen der Ausbildung sind befähigt, Kleinkinder aber auch Schulkinder professionell zu betreuen und können dies gegenüber dem Jugendamt und den Eltern der Kinder anhand ihrer Zertifikate belegen”, erläutert Hannelore Klinkhammer-Bohl, Bildungsmanagerin der Familienbildungsstätte.

Sie verweist auch auf die „Abschlussarbeit” der Tagespflegemütter. Jede einzelne Teilnehmerin hat ein individuelles schriftliches Konzept zur Tagespflege entwickelt und in der Gruppe vorgestellt. „Diese Präsentation verleiht den Pflegepersonen Sicherheit in ihrer Tätigkeit und dient zugleich den abgebenden Eltern als eine Art Bewerbungsmappe, die einen Ausblick auf die Arbeit der Tagespfleger ermöglicht”, erklärt Klinkhammer-Bohl.

Doch für die elf Teilnehmerinnen - in diesem Kurs war ausnahmsweise einmal kein Mann dabei - war es ein langer Weg bis zum fertigen Konzept. „Zunächst haben sie den Grundkurs absolviert, bei dem in 100 Stunden die eigene Motivation, die Kommunikation mit den Eltern und vor allem natürlich pädagogische Aspekte die Kinderbetreuung betreffend gemeinsam erarbeitet wurden”, beschreibt Kursleiterin Sigrid Siebertz. Hinzu kam ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs, der Erzieher-Standards erfüllt, also auch speziell auf Kleinkinder zugeschnitten ist.

Nach bestandener mündlicher und schriftlicher Prüfung gehen die Teilnehmer mit vorläufiger Pflegeerlaubnis in die Praxis und werden in ihrer Tätigkeit durch zwei 30-stündige Aufbaukurse noch 20 Wochen lang begleitet. Wenn die gesamte Ausbildung abgeschlossen ist, seien die Pflegepersonen aber nicht auf sich selbst gestellt, betont Klinkhammer-Bohl: „Das Helene-Weber-Haus ist immer ein Ansprechpartner für Eltern und Tagesmütter und -väter, ebenso wie der SkF.”

Der Sozialdienst katholischer Frauen führt im Auftrag des Jugendamtes die Fachberatung durch. „Wir halten Bewerbungsgespräche ab, prüfen Gesundheitsbescheinigung und polizeiliches Führungszeugnis. Zu den werdenden Pflegepersonen stehen wir in engem Kontakt, machen Hausbesuche und sind Beratungs- und Informationsstelle für Eltern und Tagespfleger”, konkretisiert Tanja Koglin vom SkF. Aufgrund von Überprüfung durch den SkF und Ausbildung im Helene-Weber-Haus erteilt das Jugendamt letztendlich die offizielle Pflegeerlaubnis. Das Amt regelt auch die Finanzierung der Tagespflege, zu der übrigens nicht nur sozial schwache, sondern alle Eltern Zuschüsse beantragen können.

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