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Stolberg-Büsbach: Zur 150. Kirchweih soll St. Hubertus erstrahlen

Stolberg-Büsbach : Zur 150. Kirchweih soll St. Hubertus erstrahlen

Man schrieb den 23. Juni 1864, als der Weihbischof Dr. Johann Anton Friedrich Baudri die neu erbaute Büsbacher Pfarrkirche St. Hubertus konsekrierte. Das Fest der Kirchweihe jährt sich 2014 zum 150. Mal. Dann soll sich auch das stolze Gotteshaus mit seiner markanten Lage in einem sehenswerten Zustand präsentierten.

Das hat weniger etwas mit Eitelkeit zu tun, sondern vielmehr mit dem Stolz der Büsbacher auf ihr Gotteshaus als Mittelpunkt des Gemeindelebens der katholischen Pfarre. „Es steht ausdrücklich nicht das Gebäude selbst, sondern das dort aufbewahrte Allerheiligste im Tabernakel, also letztlich Jesus Christus selbst, im Mittelpunkt”, betont Herbert Wibbels an dem Morgen im Hubertushaus.

Als Mitglied des Kirchenvorstandes und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins informiert er eine interessierte Gemeinde über das aktuelle Sorgenkind der Pfarre, deren Kirchengeschichte bis ins Jahr 1680 zurückreichte, als neben dem heutigen Gotteshaus eine Kapelle errichtet wurde.

Vielleicht ist die enge Verbundenheit der Büsbacher mit ihren Gotteshäusern bereits auf diese Zeit zurückzuführen, denn eine glückliche Hand mit dem Aufbewahrungsort des Tabernakels war ihnen in späteren Jahren selten beschert. Als die 1804 zur Pfarre erhobene Kapelle 1810 erweitert wurde, stürzte der Kirchturm ein und die Glocken zerbrachen.

Ihr Neubau wurde für die wachsende Gemeinde zu klein. Für den 1860 beginnenden Neubau der heutigen Kirche entschied man sich seinerzeit für ein Quellgebiet. Seitdem ist Feuchtigkeit ein Problem, ständige Renovierungsarbeiten sind die Folge; 1994 verlor die Basilika erneut ihren markanten Kirchturm.

Heute sind es die stählernen Rosetten des Geländers am Kirchaufgang, an denen rund 150 Jahre lang die Witterung genagt hat. Die historischen Ornamente bedürfen einer dringenden Sanierung. Es sind 25 Felder unterschiedlicher Länge, die von Fachleuten aufgearbeitet werden müssen.

Ein erstes ist demontiert, soll nun restauriert und verzinkt werden. „Wir haben noch keine Ahnung, wie groß der Aufwand und wie hoch die Kosten sind”, sagt Wibbels. Erst nach der Behandlung des ersten Abschnittes wird die Dimension der Herausforderung wirklich absehbar sein.

Die Büsbacher sind sich sicher, auch für diesen Schritt zur Erhaltung des „Doms der Voreifel” die Rückendeckung des Bistums zu erhalten, das bislang die intensiven Bemühungen der Gläubigen für den Erhalt ihres Gotteshauses stets genehmigt hat.

So dient die neue Heizung in der Kirche „weniger dafür, dass ihr nicht friert, sondern auch dazu, dass das Gebäude trocken bleibt”, schmunzelt Wibbels bei seinem Vortrag. Dass die Büsbacher weiterhin bereit sind, sich für das Gemeindeleben und das Gotteshaus zu engagieren, haben sie in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie haben einen neuen Glockenträger finanziert, den Neubau des Pfarrheims direkt neben der Kirche ermöglicht und zahlreiche weniger auffällige Herausforderungen gestemmt.

„Vergelts Gott”, dankt denn auch Pastor Jürgen Urth besonders herzlich seinen treuen Gemeindemitgliedern, die in nur fünf Jahren die Restfinanzierung von 68.000 Euro für das Huber­tushaus gespendet haben. „Ich habe nie gedacht, dass es so schnell geht”, freut sich Urth, der am 28. Oktober 1984 als elfter Pfarrer in St. Hubertus eingeführt wurde und im Jahr der 150. Kirchweih sein 30. Pfarrjubiläum feiern kann.

Bis dahin werden auch sämtliche historische Fenster des rechten Kirchenschiffs in frischem Glanz erstrahlen können. Die wertvollen Arbeiten aus Bleiverglasung werden derzeit in der ältesten Glasmalerei Deutschlands behutsam restauriert. In Linnich, in den Ateliers des 1857 von Dr. Heinrich Oidtmann gegründeten Unternehmens, waren sie für die Büsbacher Kirche auch geschaffen worden.

Fenster für Fenster wird in St. Hubertus vorsichtig aus der Blausteinumrandung genommen, um liebevoll in Linnich gesäubert und restauriert zu werden. Während in der kleinen Stadt an der Rur die Bleiverglasung erneuert wird, wird in St. Hubertus eine Schutzverglasung eingelassen, um nach der späteren Montage die wertvollen Arbeiten vor den Unbilden von Wetter und Umwelteinflüssen zu bewahren.

„Die restaurierten Fenster strahlen in den schönsten Farben, und die Schutzverglasung ist kaum zu erkennen”, zeigt sich Pastor Urth fasziniert von der Handwerkskunst der Linnicher Fachleute.

Die mit rund 100 000 Euro Aufwand angesetzte Sanierung der historischen Verglasung wird aus zwei unterschiedlichen Budgets des Bistums nahezu komplett getragen, zeigt sich auch Herbert Wibbels dankbar. Zumal so das Spendenaufkommen des Fördervereins St. Hubertus gezielt in die weiteren Projekte zum Erhalt der Pfarrkirche fließen können.

Er ist nicht der erste Förderverein, den die Gemeinde im Laufe ihrer Geschichte ins Leben gerufen hat. Zumeist waren die Vorgängervereinigungen ganz gezielt auf ein Projekt ausgerichtet. Mit einer gehörigen Portion Weitsicht, die aus den Erfahrungen der Vergangenheit mit dem Erhalt des Gotteshauses gespeist waren, wurde der jüngste Förderverein 2008 ganz bewusst nicht auf ein Projekt wie Glockenträger oder Orgelbau festgelegt, sondern generell auf den Erhalt des pfarrlichen Lebens in Büsbach ausgerichtet. Anlass war vor gut vier Jahren der Neubau des Pfarrheims, das durch seine direkte Nachbarschaft zum Gotteshaus einer Aktivierung des Gemeindelebens zugute kommt.

„Wo aber ist der Mittelpunkt unseres Gemeindelebens, wenn die Pforten unseres Gotteshauses nicht mehr öffnen?” fragt Wibbels in die Runde und erntet zustimmendes Kopfnicken. Gewiss werden sich die Büsbacher weiter für „die Wohnung des Herrn Jesus Christus mitten in unserer Gemeinde” engagieren. Zumal sie auch stolz sind auf das Gebäude ihres Gotteshauses, das als „Dom der Voreifel auch ohne alten Kirchturm” weiter bestehen und ein sichtbares Zeichen des Glaubens sein soll.

Da verbindet Pastor Urth seinen herzlichen Dank gleich mit dem Appell: „Haben Sie ein offenes Herz, und ich sage es ganz offen, öffnen Sie auch ihr Portemonnaie!”