Stolberg: Zukunftsfähiges Konzept für Ganztagsgrundschulen

Stolberg: Zukunftsfähiges Konzept für Ganztagsgrundschulen

An den Offenen Ganztagsgrundschulen in der Stadt läuft es nicht immer rund. Von den zehn Grundschulen und der Förderschule klagen einige über erhebliche finanzielle Probleme bei der Finanzierung der Nachmittagsbetreuung.

Die Stadtverwaltung will deshalb jetzt eingreifen und ein „zukunftsfähiges Finanzierungskonzept“ für alle Grundschulen auflegen. Nicht unbedingt zur Freude der Fördervereine an den Schulen, die die Finanzhoheit und damit auch den personellen Einfluss über die Ganztagsbetreuung behalten wollen.

Die offene Ganztagsschule sei ein freiwilliges Angebot an die Eltern, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten zu können, heißt es in der Vorlage, die dem Schulausschuss jetzt von der Verwaltung vorgelegt wurde.

Die Offene Ganztagsschule leiste einen wertvollen pädagogischen Beitrag in der ganzheitlichen Förderung und Entwicklung der Kinder. Sie biete den Kindern mit Mittagessen und abwechslungsreicher Gestaltung des Nachmittages einen Rahmen, in dem sie sich wohlfühlen.

Im vorherigen Schuljahr nahmen 964 Kinder in Stolberg das Angebot der OGS wahr, bei einer Gesamtschülerzahl von 2119. Das entspricht einem Anteil von 46 Prozent. Tendenz steigend. Mit acht Trägern der Offenen Ganztagsgrundschule hat die Stadt Kooperationsverträge abgeschlossen, darunter sind fünf Fördervereine.

Außerdem die Katholische Kirchengemeinde St. Lucia, der Sozialdienst katholischer Frauen und der Verein Betreute Schulen Aachen Land. Im „Qualitätszirkel Offener Ganztag“ treffen diese Träger regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen. Bei dieser Gelegenheit seien einige Träger an die Stadt heran getreten, weil sie die finanzielle Aufgabe ohne Hilfe bald nicht mehr regeln könnten, teilte Schuldezernent Robert Voigtsberger dem Ausschuss mit.

Die Stadtverwaltung müsse sich mehr einbringen. Dabei geht es vor allem um die Höhe der Elternbeiträge und auch darum immer häufiger ausbleibende Zahlungen der Eltern einzutreiben. Das Angebot des Offenen Ganztages ist allerdings auch nicht an allen Schulen gleich aufgestellt. So liegt die Betreuungszeit, je nach Schule, zwischen 3,5 und 6,5 Stunden am Nachmittag, die Gebühren liegen zwischen 45 und 69,50 Euro, die Anzahl der rückständigen Elternbeiträge zwischen drei und 21 Fälle je Schule.

Der Qualitätszirkel will nun das Angebot der OGS inhaltlich vergleichen, auf die Personalstärke und die Qualifikation der Mitarbeiter schauen und Qualitätsstandards an allen Stolberger Offenen Ganztagsgrundschulen festlegen. Und die Stadt soll nach dem Willen des Ausschusses eine für alle OGS gleich gestaffelte Gebühr einführen.

Stolberg und Simmerath sind die einzigen Kommunen in der Region, die eine solche Staffelung der Gebühren nach Einkommen der Eltern noch nicht anbieten. Vielleicht sei schon das ein Grund für die manchmal große Zahl von überfälligen Elternbeiträgen. Einkommensschwache Familien würden das Angebot erst gar nicht in Anspruch nehmen oder mit den Zahlungen in Rückstand geraten, so Voigtsberger. Politiker und Dezernent versprachen den Fördervereinsmitgliedern, sie bei jedem weiteren Schritt zu einem neuen Konzept für die OGS zu beteiligen.

(oha)
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