Stolberg: Zugführer unbewusst als „Heißläufer” unterwegs

Stolberg: Zugführer unbewusst als „Heißläufer” unterwegs

Etwa 60 Feuerwehrleute, dazu Polizei und Bundespolizei samt Hubschrauber waren am Sonntag im Einsatz, als der Wald entlang den Gleisen am Stolberger Hauptbahnhof brannte. Verursacht hatte das Feuer, das sich über eine Fläche von 200 mal 40 Meter ausdehnte, ein Güterzug.

Genauer gesagt hatte eine feststehende Bremse Funkenflug verursacht, der die Böschung in Brand setzte und in Langerwehe einen Kabelschacht entzündete.

Was in der Folge die Bahnverbindung Köln-Aachen für Stunden lahmlegte. Betroffen waren nach Schätzung der Deutschen Bahn AG etwa 1000 Fahrgäste.

Ein solcher Einsatz kostet eine Stange Geld, ganz abgesehen von den Kosten, die durch die Verspätung entstehen. Geld, für das in erster Linie die Allgemeinheit aufkommen muss.

Der Güterzugführer hatte keine Chance zu erkennen, dass er ein sogenannter „Heißläufer” war. Doch warum meldet nicht ein automatisches Warnsystem, dass ein Problem im Bereich der Bremsen vorliegt? Die Antwort liegt auf der Hand - der Güterzug, der übrigens einem anderen Verkehrsunternehmen gehört, verfügt über ein solches Warnsystem nicht.

Nur Züge wie etwa der ICE oder Triebwagen der neuen Generation sind mit Sensoren ausgestattet, die dem Zugführer übermäßige Hitzeentwicklung anzeigen.

Alle Züge - egal ob nun für den Güter- oder Personenverkehr nachzurüsten, wäre laut der Deutschen Bahn viel zu kostenaufwendig. Zumal ein Nachrüsten nur europaweit Sinn ergeben würde, so das Argument der Deutschen Bahn.

Das Verkehrsunternehmen setzt auf zwei andere Sicherheitsvorrichtungen: So wird vor jeder Fahrt der Zug in Augenschein genommen und auch hinsichtlich der Bremsen überprüft. Eine weitere Sicherheitsvorrichtung seien Sensoren an den Gleisen, die ab einer bestimmten Hitzenentwicklung Alarm geben, um „Heißläufer” frühzeitig zu melden.

Die Sensoren durchziehen das Schienennetz bundesweit, aber eben nur dort, wo besonders viele Züge unterwegs sind. Die Strecke Köln-Aachen gehört nicht dazu.