Stolberg/Eschweiler: Zufrieden mit dem neuen Tarifabschluss

Stolberg/Eschweiler : Zufrieden mit dem neuen Tarifabschluss

Unzufrieden sind sie nicht, die Mitglieder des Ortsverbands Stolberg/Eschweiler der Industriegewerkschaft Metall (IGM). Die letzte Streikwelle bracht sie der Verwirklichung ihrer Forderungen ein gutes Stück näher.

Und die neue Geschäftsstelle im Burg-Center der Kupferstadt gibt dem Ersten Bevollmächtigten, Martin Peters, sowie seinen Mitstreitern nach langer Wartezeit moderne, zentral gelegene Arbeitsräume zur Beratung und Interessenvertretung der Kollegen an die Hand.

Sieht optimistisch in die Zukunft: Kalle Hamacher, Betriebsrat und bald auch Aufsichtsrat bei Aurubis in Stolberg.

Diese und andere Punkte standen auf der Tagesordnung der vierteljährlich stattfindenden Delegiertenkonferenz, die dieses Mal im Eschweiler Talbahnhof stattfand.

Vom Umzug berichtete auch Ortschef Peters in seinem Rechenschaftsbericht. Bald sollen nicht nur interessierte Gewerkschafter eingeladen werden, die neue Geschäftsstelle (die alte befand sich am Mühlener Markt) in Augenschein zu nehmen: „Wir planen so bald wie möglich einen Tag der offenen Tür.“ Auch bei der inhaltlichen Arbeit wollen die Metaller der Region, wie der Bevollmächtigte ausführte, neue Wege gehen: Nicht nur, dass die Hauptamtler der IGM weiter an ihrem Betriebsbetreuungskonzept feilen — mit Dienstsitz in Aachen kümmert sich inzwischen die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete, Daniela Jansen, als fest angestellte Netzwerkerin um das Thema „Elektromobilität“, das vor allem durch die Produktionsstätten für Fahrzeuge der Marken Street-Scooter und E-Go in Aachen und Düren einen hohen Stellenwert einnimmt — nicht nur für die 44 Stimmberechtigten sowie andere Gewerkschafter, die sich im Talbahnhof versammelt hatten.

An seiner Haltung zum Koalitionsabkommen zwischen Christ- und Sozialdemokraten ließ Martin Peters, in einem seiner anderen Ämter Vorsitzender des SPD-Unterbezirks in der Städteregion, keinen Zweifel: „Ich werde diesem Vertrag zustimmen.“ Sein Fazit der Verhandlung in Berlin verriet, dass er zur Koalition mit der CDU keine Alternative sieht: „Alles ist jetzt besser als es unter Jamaika gekommen wäre“, ließ Peters durchblicken. Einen Einblick in das Wohl und Wehe am Stolberger Standort der Firma Aurubis gab, ganz im Licht des Unternehmensverkaufs an die Ulmer Wieland-Werke, der langjährige Betriebsrat und frisch gebackene Aufsichtsrat Kalle Hamacher: „Wir fühlen uns als Aurubis in Stolberg etwas weg geschubst.“ Dem Übergang zu den schwäbischen Eignern vermochte der Metaller aber einiges abzugewinnen: „Das sind keine Aasgeier.“

Und: „Die Firma Wieland ist ein Arbeitgeber, der uns besser versteht.“ Den jüngsten Tarifkonflikt in der Branche unterzog Jürgen Kerner, als Hauptkassierer Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand der IGM, einer Würdigung. „Wir haben bewiesen, dass wir im Konfliktfall eine Forderung erstreiken können.“ 24-Stunden-Streiks wie der in Stolberg haben sich nach Einschätzung des gebürtigen Augsburgers als besonders probates Mittel gezeigt.