Stolberg/Eschweiler: Zeltstadt: Trennzaun zwischen Flüchtlingen und Soldaten steht

Stolberg/Eschweiler: Zeltstadt: Trennzaun zwischen Flüchtlingen und Soldaten steht

Der Startschuss für die Errichtung einer Zeltstadt für rund 500 Flüchtlinge auf dem Gelände der Donnerbergkaserne ist gefallen. Am Montagmorgen hat eine Fachfirma damit begonnen, den Appellplatz am Rande des Kasernengeländes, auf dem in wenigen Tagen die Flüchtlingszelte aufgebaut werden sollen, mit einem Zaun abzuschotten.

Morgens um 8 Uhr rollte der Arbeitstrupp des Unternehmens aus Eschweiler an. Es sei auf Projekte an Kasernen spezialisiert, teilte der Eschweiler Beigeordnete, Stefan Kaever, auf Anfrage mit. Die Provisorische Unterkunft in der Kaserne wird jeweils 250 Flüchtlinge aus Eschweiler und aus Stolberg aufnehmen. Die beiden Kommunalverwaltungen haben sich die Aufgaben bei der Errichtung aufgeteilt. Den Zaunbau organisiert die Stadt Eschweiler. Das Stahlkonstrukt ist etwa 2,40 Meter hoch und 830 Meter lang.

Die Stahlstützen werden auf Betonfüßen stehen, die über Schrauben fest mit dem Boden verbunden werden. So lässt sich der Zaun nicht verrücken. Außerdem werden über den etwa zwei Meter hohen Metallgerüsten noch drei Stacheldrahtzäune befestigt. So wird der Zaun rund 2,40 Meter hoch. Der Stacheldraht soll abschrecken, über die Umzäunung zu klettern. Rund 50.000 Euro sind für die Errichtung des Zaunes vorgesehen.

Grund für das Gitter ist: Die Kaserne möchte möglichst nicht in ihrem Betrieb gestört werden. Erst nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Stolberg hat die Bundeswehr zugestimmt, zumindest den Appellplatz für die Unterbringung von Flüchtlingen bereit zu stellen. Die Gebäude der Kaserne sollen weiter nur von der Bundeswehr genutzt werden. Dass der Zaun beide Parteien auch wirklich ausreichend trennt, davon wird sich der Militärische Abschirmdienst (MAD) am Donnerstag überzeugen. Bis dahin soll der Zaun stehen.

Doch das ist ja nur der erste Schritt des Projekts. Die beiden Städte arbeiten Hand in Hand. So wird Stolberg winterfeste Zelte besorgen und eine Firma mit deren Aufstellung beauftragen. Wenn die Zelte stehen, wird Stolberg auch für die Einrichtung sorgen. Da die Kaserne auf Eschweiler Grund steht, wird die Stadt Eschweiler die Bauaufsicht führen und die Zeltbauten nach Fertigstellung „abnehmen“. Außerdem ist Eschweiler für den Brandschutz zuständig.

Die Zelte, so Stolbergs Pressesprecher Robert Walz, seien jeweils für 70 Personen ausgelegt. „Wir werden die Zelte jedoch nicht komplett belegen“, so Walz. Damit keine bedrückende Enge unter den Planen aufkomme, werde man vielleicht 60 Menschen je Zelt berücksichtigen. Was bedeutet, dass am Ende etwa sieben bis acht Wohnzelte auf dem befestigten Gelände des Appellplatzes stehen werden. Hinzu kommen Küchenzelte und Toiletten. Die Stadt Stolberg wird auch für die Stromzufuhr sorgen.

Die Flüchtlinge werden nicht über die Kasernen-Pforte auf das Gelände gelangen, sondern über einen eigenen Zugang von der Steinfurt aus. Wer die Flüchtlingsunterkunft nach ihrer Fertigstellung betreuen wird, ist noch unklar. Die Stadt Stolberg steht in Verhandlungen mit Essenlieferanten und weiteren Fachkräften. Im Gespräch ist die Stadt mit dem Deutschen Roten Kreuz .

(DRK)
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