„Wunderkiste“ in Stolberg-Münsterbusch jetzt seit zwei Jahren befüllt

Geben und Nehmen : „Wunderkiste“ jetzt seit zwei Jahren befüllt

So geht Solidarität: Wer etwas Brauchbares hat – zum Beispiel ein Bügeleisen oder ein Kinderbuch –, der klemmt sich das Teil unter den Arm und geht oder fährt damit in die Foxiussstraße 2, gleich um die Ecke bei der Kirche Herz Jesu in Münsterbusch.

Dort, unübersehbar vor der Türe des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM), steht ein bunt angestrichenes Häuschen, wie es etwa Gärtner für ihren Rasenmäher und artverwandte Geräte benutzen. Er oder sie öffnet die Türen des Häuschens und stellt seine Gabe ab. Und, wer weiß: Vielleicht kommt schon eine Stunde später jemand vorbei, der die gerade abgestellte Spende gut gebrauchen kann, entnimmt das Teil und geht mit stummem Dank an den Spender davon.

Seit zwei Jahren jedenfalls gibt es das bunte Häuschen, das den Namen „Wunderkiste“ trägt und einst von Arndt Kohn sowie seinen Parteifreunden der SPD-Fraktion im Rat der Kupferstadt erdacht worden ist. Jetzt war Kohn noch einmal in die Foxiusstraße gekommen, um zusammen mit dem Stolberger SKM-Geschäftsführer Jörg Manfred Lang Rückschau auf die zurückliegenden beiden Jahre zu halten.

Was den Nutzen betrifft – da hegen weder der Vorsitzende des Jugendausschusses noch der Mann der praktischen Nächstenliebe und Sozialarbeit irgendwelche Zweifel. „Die Wunderkiste hat sich als Bereicherung für unseren Standort herausgestellt“, bilanziert Jörg Lang mit Blick auf die Wirklichkeit ringsum die Geschäftsstelle, die nicht zuletzt vom Sozialen Wohnungsbau geprägt ist.

Spricht's und freut sich noch über die „gemütliche Sitzbank“ neben dem Schatzhäuschen vor der Bürotür als Ort des Verweilens für alle, die mal schnell nach Nützlichem Ausschau halten kommen. Einen willkommenen Nebeneffekt bringt der Standort übrigens noch mit sich: Sich in irgendeiner Form daran vergreifen, so wie durch Brandstifter am Talbahnhof in Eschweiler geschehen: Das geht in Münsterbusch nicht, zumindest nicht unbeobachtet, und ist glücklicherweise noch nie auch nur ansatzweise passiert.

Nur einmal hat es Lang dann doch von den Füßen geholt: 30 Porno-Kassetten hat er eines Tages gefunden – und selbstredend rasch wieder entfernt. Denn egal was jemand in der „Wunderkiste“ anlädt. Lang und seine Kollegen werfen zeitnahe einen Blick drauf, und das garantiert. Faustregel für das, was geht: „Gut erhaltene Einzelteile können gespendet werden.“ Als da wären: Alte Rührmixer, Kindersitze und anderes mehr. Dann gibt es noch andere Dinge, die die Hüter der „Wunderkiste“ dort so bald nicht mehr sehen wollen: Säcke mit abgelegten, ungewaschenen Kleidungsstücken, Kisten voller Porzellan, die mit Scherben durchsetzt sind – das zum Beispiel wollen die Leute vom SKM nie wieder sehen.

Wie weiter? Da kann sich Arndt Kohn schon so einiges vorstellen. Zum Beispiel „Foodsharing“, bei dem die, die von etwas zu viel haben oder zum Beispiel eine zu krumm geratene Salatgurke nicht im Container entsorgen wollen, Nahrungsmittel an Menschen mit viel zu wenig Geld weitergeben. Doch bevor die „Wunderkiste“ diesen Evolutionssprung macht, müssen erst noch wichtige Fragen geklärt werden – zum Beispiel die nach Strom (will sagen: Kühlung und Aufsicht). Aber vielleicht findet sich ja ein ehrenamtlicher Kümmerer. Den freilich können Jörg Manfred Lang und seine Mitstreiter eigentlich schon jetzt gebrauchen.