Stolberg: Wohl kein Supermarkt auf dem Gelände des alten Schlachthofs

Stolberg: Wohl kein Supermarkt auf dem Gelände des alten Schlachthofs

Die Frage, was aus dem ehemaligen Plus-Markt am alten Schlachthof in der Velau wird, bleibt weiter offen. Einen Bonus-Markt nach schwäbischem Vorbild, in dem Bürger zur Nahversorgung einkaufen können, wird es aber wohl nicht geben. Auch die Ansiedlung eines regulären Supermarktes ist unwahrscheinlich.

Für diese hatte sich bereits im vergangenen Jahr die CDU stark gemacht, nachdem Plus dort weggezogen war und die 800 Quadratmeter große Immobilie, die einer Erbengemeinschaft gehört, seitdem leersteht. Die SPD-Fraktion hatte dagegen beantragt, die Ansiedlung eines Bonus-Marktes zu prüfen.

Das Konzept stammt aus Baden-Württemberg, wo derzeit rund 20 solcher Nachbarschaftsmärkte - oftmals im ländlichen Raum, aber auch in Stuttgart - existieren. „Bonus” steht für berufliche Orientierung, Nachbarschaftsläden und Service. Die Märkte sind gemeinnützig orientiert und beschäftigen überwiegend sozial benachteiligte Jugendliche und Langzeitarbeitslose.

Velau bietet sich nicht an

Im Dezember 2008 hatte der Hauptausschuss die Verwaltung mit der Prüfung beauftragt, das Ergebnis in negativer Form liegt jetzt vor. Die Velau biete sich aufgrund der guten Nahversorgungsstruktur nicht an, einen solchen Markt konkurrenzfähig zu betreiben, sagt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt mit Blick auf nahe gelegene Supermärkte in der Prattelsackstraße, der Mühle und der Innenstadt. Für alternative Nahversorgungskonzepte sei die Immobilie außerdem zu groß.

Auch Dr. Wolfgang Joußen, Stadtteilmanager des Projekts „Soziale Stadt Velau/Mühle” spricht sich gegen die Ansiedlung eines Marktes an dieser Stelle an. Zwar seien auf dem Gelände Parkmöglichkeiten vorhanden, doch Joußen führt ins Feld, dass das Gelände rückseitig nicht erschlossen und deshalb zu Fuß nur über die Eschweilerstraße erreichbar sei. Damit läge der dortige Einzelhandel zumindest für die Velau nicht zentral.

Sinnvoller als die Ansiedlung eines Marktes - ob gemeinnützig oder profitorientiert - sei es, die wohnortnahe Versorgung zu verknüpfen mit einer zusätzlichen Erwerbs- und Qualifizierungsmöglichkeit. Der Stadtteilmanager will deshalb das Leistungsprofil des Stadtteilbetriebs, der junge Menschen qualifizieren soll, um eine Dienstleistungsagentur erweitern. Diese könne durch einen Bestell- und Lieferservice, der Waren vom örtlichen Einzelhandel bezieht, die wohnortnahe Lebensmittelversorgung gerade für ältere Bewohner verbessern.