Stolberg: „Wir werden den neuen Prinzen präsentieren“

Stolberg: „Wir werden den neuen Prinzen präsentieren“

Dass Marcel Künstler nicht Stolberger Prinz wird, sorgt für Irritationen bei den aktiven Karnevalisten — vor allem bei den Gesellschaften, die in ihren Programmen Auftritte der Prinzengarde der „Ersten Großen“ samt Prinz Marcel I. und seinem 12-köpfigen Hofstaat eingeplant haben.

„Wir werden am Dienstagabend bei einer Vorstandssitzung entscheiden, wie es weitergeht“, sagt etwa Dirk Müllejans, Vorsitzender der KG Büsbach. „Im Prinzip können wir aus drei Möglichkeiten wählen: ‚Die Erste Große‛ tritt mit ihrem Prinzen auf, oder Marcel Künstler mit seinem Gefolge, oder wir streichen den Programmpunkt komplett.“

Ärgerlich sei die „Prinzenposse“ allemal. Denn: „Die Plakate für unsere Kostümsitzung mit der Ankündigung des ,Stolberger Prinzen Marcel I.‘ sind bereits gedruckt“, erklärt Müllejans. Der Vorstand der Bareschesser müsse nun überlegen, kostenträchtig neue Plakate drucken zu lassen, die bereits vorhandenen zu belassen, wie sie sind, oder zu überkleben.

Die Donnerberger Wenkbülle, die mit dem prinzlichen Auftritt bei ihrer Gala-Kostümsitzung gerechnet haben, wollen einen kühlen Kopf bewahren, sagt der Vorsitzende Torsten Graf. „Wir warten die weitere Entwicklung ab und verfallen nicht in Aktionismus. Nach der Komitee-Versammlung am Donnerstag sehen wir weiter.“ Graf hofft, dass durch die Prinzenaffäre kein Schaden für den Stolberger Karneval entstehe, weil „sehr viele engagierte Ehrenamtler in den Vereinen wirklich mit Herzblut gute Arbeit leisten“.

Der Präsident des Komitees Stolberger Karneval gibt sich indes realistisch und bedauert: „Ein Schaden für den Kupferstädter Fastelovvend ist leider schon entstanden, meiner Meinung nach nicht durch das Komitee und die „Erste Große“, sondern einzig und allein durch Herrn Künstler“, so formuliert es Josef Behlau weiter: „Mit seinem Rücktritt hat er viele — auch für ihn selbst — bei der Prinzenvorstellung und der Prinzentaufe ehrenamtlich tätige Karnevalisten vor den Kopf gestoßen.“

Behlau zeigt sich aber optimistisch, bei der Komitee-Sitzung eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht werde, und Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann kündigt für besagte Komitee-Versammlung an: „Wir werden am Donnerstagabend den neuen Stolberger Prinzen präsentieren.“

Das freut Lars Krüger, Präsident in Schevenhütte, denn die CG hat für ihren Frühschoppen den Auftritt der „Ersten Großen“ samt Prinzen eingeplant. Das wird nun nicht die bereits vorgestellte, sondern eine neue Tollität sein; dazu sagt Krüger. „Es ist „schade, dass es so kommen musste“, so der Präsident der 1882 gegründeten Gesellschaft. „Einerseits sollte ein designierter Prinz wissen, worauf er sich einlässt, andererseits sollte man froh sein, dass sich jemand bereiterklärt, dieses Amt zu übernehmen.“

„In dieser Situation sollte man darüber nachdenken, ob es noch zeitgemäß ist und Zukunft hat, dass immer dieselbe Gesellschaft den Prinzen findet und begleitet“, regt Krüger an und sagt: „Wenn die Prinzenfindung in den Händen des Komitees läge, könnte der Stolberger Prinz dann sowohl traditionell von der Prinzengarde wie auch von seiner eigenen Gesellschaft begleitet werden.“ Das wäre für viele Karnevalisten sicher ein Anreiz, Prinz in der Kupferstadt zu werden.