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Stolberg: Win Braun will mit „Bürger gegen Alzheimer Partei” antreten

Stolberg : Win Braun will mit „Bürger gegen Alzheimer Partei” antreten

Sie schließen sich langsam, die Reihen der Bewerber für die Kommunalwahlen. Während auf den etablierten Seiten die Kandidaturen für Stadtrat und Bürgermeisteramt meist öffentlichkeitswirksam zelebriert wurden, stellten zwei Wahlvereinigungen zwar in aller Stille ihr Personaltableau zusammen, aber ABS und UWG sind die ersten, die ihre Listen bereits beim städtischen Wahlamt eingereicht haben.

Und auch Win Braun plant ein Comeback auf die politische Bühne der Kufperstadt.

Kloubert der schnellste Politiker

Gewohnt im internen Kreis hat die Unabhängige Wählergemeinschaft ihre Kandidaten aufgestellt - für Stadtrat wie für das Amt des Verwaltungschefs. Fraktionsvorsitzender Hans Emonds bewirbt sich erneut als Bürgermeister. 2004 erzielte er mit 752 Stimmen (3,2) das fünfbeste Ergebnis der Stolberger Kandidaten und verbesserte das UWG-Ergebnis im Vergleich zu 1999, als Hajo Ihrlich 1,0 Prozent erreicht hatte; die Anzahl der Ratsmandate wurde auf zwei verdoppelt.

Für den 30. August schicken die Unabhängigen wieder „viele bekannte und erfahrene sowie einige neue Gesichter” ins Rennen, verrät Vorsitzender Hans-Jürgen Fink schon einmal vorab. Am Montag präsentiert die UWG ihr Personalkonzept.

Schnellster Stolberger Politiker ist Bert Kloubert, der bereits im Oktober die 22 Wahlbezirke besetzt hatte. Der ABS-Chef musste allerdings seine Reserveliste noch einmal neu kramen, als unerwartet Ratsherr Peter Steffens von der FDP bei der Alternativen Bürgerliste Stolberg willkommen geheißen werden konnte.

Der führt nun auf Platz 2 hinter dem Fraktionsvorsitzenden Bert Kloubert die Reserveliste an, gefolgt von Marton Pavlic und Yvonne Vroomen. Die 23-Jährige Kauffrau ist die Bürgermeister-Kandidatin der ABS und tritt für den Stadtrat in der Velau an.

Kloubert hatte erstmals 1999 als Bürgermeister kandidiert und mit 318 Stimmen 1,4 Prozent erreicht. 2004 stellte er sich mit der ABS der Stadtratswahl in nur 16 von 25 Wahlkreisen und gewann mit einem Prozent einen Ratssitz. Nun kandidieret die ABS in allen 22 Bezirken. Das Team zwischen 18 und 76 hat einen Altersschnitt von gut 38 Jahren, wobei sie „viele junge Menschen, auch mit Migrationshintergrund, neu für die Politik begeistern konnte”, freut sich Kloubert, auch die bislang einzige Kandidatin für das Bürgermeisteramt präsentieren zu können.

An einer erneuten Rückkehr auf die politische Bühne arbeitet der Breiniger Win Braun, nachdem die 2003 eigens gegründete „Ei Wei Dei - Vennpartei” dann doch nicht zur Wahl antrat. Bereits 1999 hatte das „entant terrible” der Kunst- die politische Szene in Aufruhr versetzt mit seiner Kandidatur als Bürgermeister: Mit 487 Stimmen (2,1) erzielte er das fünftbeste Ergebnis - gut doppelt so viele wie Ilona Steudle (PDS) oder Hajo Ihrlich (UWG) und kaum hundert weniger als FDP-Mann Bernd Engelhardt.

„Wir versprechen nichts...”

Diesmal plant der 53-jährige Künstler für Bürgermeister-Amt und Stadtrat: Bewerber gebe es bereits für einige Wahlbezirke. Und auch der Name von Brauns neuer Partei steht fest: BAP - Bürger gegen Alzheimer Partei, wegen der zunehmenden Vergesslichkeit der Politiker: „Die Anderen versprechen alles, halten aber nichts”, schmunzelt Braun : „Wir versprechen nichts, halten aber alles.”